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KI-Suche · 7 Min. Lesezeit

Falsche Preise in ChatGPT, Claude und Gemini prüfen und korrigieren

Partner und Co-CEO, hy

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Das Wichtigste in Kürze

  • Falsche Software-Preise in ChatGPT, Claude oder Gemini stammen fast immer aus fremden oder alten Webquellen. Korrigieren lassen sie sich nur in diesen Quellen.
  • Eine einzelne KI-Antwort zu Softwarepreisen sagt wenig, weil die Antworten schwanken. Anbieter fragen besser mehrere KI-Systeme an mehreren Tagen und notieren die zitierte Quelle.
  • Bei falschen Preisen in KI-Antworten repariert ein Softwareanbieter zuerst die Preisseite: Preise als Text, mit Währung, Zeitraum, netto oder brutto. Dann folgen Bewertungsprofile und Vergleichsseiten.
  • KI-Systeme wie ChatGPT stützen sich stärker auf fremde Seiten als auf die Website eines Softwareanbieters. Preisänderungen gehören deshalb überall gleichzeitig angekündigt.

Wenn ChatGPT, Claude, Gemini oder die KI-Antworten bei Google für eure Software falsche Preise nennen, liegt das fast immer an den Quellen. Aus ihnen bauen die Systeme ihre Antwort, und nur dort lässt sich der Fehler korrigieren. Ihr fragt die Systeme systematisch ab und findet heraus, woher der falsche Preis kommt. Dann repariert ihr eure eigene Preisseite und zieht danach Bewertungsplattformen, alte Artikel und Vergleichsseiten nach. Ob es gewirkt hat, seht ihr erst nach einigen Wochen.

Woher die falschen Preise kommen

Bei kaufnahen Fragen antworten die Systeme selten nur aus ihrem Training. Sie suchen aktuelle Quellen, ziehen daraus Textstellen und bauen die Antwort darauf auf. Malte Landwehr, CPO und CMO von Peec AI, hat mir im Podcast erklärt, dass die Systeme dabei nach einem Konsens suchen. Eine einzelne Quelle reicht nicht. Die Information muss in mehreren Dokumenten gleich stehen.

Für eure Preise ist das ein Problem, denn über euch schreiben viele. Landwehr hat es so beschrieben: „Wenn ich auf meiner Website stehen habe, kostet ab 19 Euro, dann gibt's ja garantiert irgendwo drei Reddit-Beiträge, wo jemand sagt, kostet 160 Euro und irgendein Wettbewerber hat 'ne Vergleichstabelle geschrieben, wo steht, kostet im Schnitt 80 Euro.“ Das System sieht drei Zahlen und muss sich für eine entscheiden.

Die Daten aus unserem SaaS & AI Pricing Report 2027 zeigen, wie ungleich das Gewicht verteilt ist. Von den 153 SaaS- und KI-Unternehmen, die wir dafür befragt haben, veröffentlichen 93 % vor allem auf der eigenen Domain, nur 22 % auf Bewertungsplattformen. Marvin Müller von OMR Reviews zitiert dort eine Auswertung von AirOps. Danach werden Marken 6,5-mal häufiger über externe Quellen zitiert als über die eigene Domain. Wer nur die eigene Seite pflegt, liefert die Daten, aber nicht die Bestätigung.

Balkendiagramm aus dem Report: 93 % der SaaS-Anbieter veröffentlichen vor allem auf der eigenen Website. Nur 22 % nutzen Bewertungsplattformen
Aus dem SaaS & AI Pricing Report 2027 von hy, S. 77. Report kostenlos herunterladen

Schritt 1: Die Systeme systematisch abfragen

Eine einzelne Frage an ChatGPT sagt wenig. Die Antworten schwanken von Mal zu Mal. Landwehr rät deshalb: „Wir empfehlen Kunden immer gar nicht auf einen Chat zu gucken, weil in LLMs ist ja so eine gewisse Randomness drin“. Belastbar wird es erst, wenn ihr dieselben Fragen mehrfach stellt und die Antworten zusammen auswertet.

So geht ihr vor:

  1. Fragen festlegen. Mindestens diese fünf: Was kostet euer Produkt? Welche Pakete gibt es? Gibt es eine kostenlose Version? Was kostet die Enterprise-Variante? Wie teuer seid ihr im Vergleich zu eurem wichtigsten Wettbewerber?
  2. Mehrere Systeme fragen. ChatGPT, Claude und Gemini, jeweils mit eingeschalteter Websuche, dazu die KI-Antworten in der Google-Suche.
  3. Wiederholen. Stellt jede Frage an mehreren Tagen und wertet die Antworten zusammen aus.
  4. Protokollieren. Pro Antwort: System, Datum, genannter Preis, Paketname, Abrechnungszeitraum und die zitierte Quelle.
  5. Mit Adresse gegenprüfen. Fragt einmal mit der Adresse eurer Preisseite im Prompt. Findet das System dann den richtigen Preis, ist eure Seite lesbar und das Problem liegt bei anderen Quellen.
Pricing-Audit für meetjamie.ai: die Antworten von ChatGPT, Claude und Gemini auf die Frage nach dem Preis
So sieht die Abfrage im kostenlosen Pricing-Audit auf pricing-friends.de aus, hier für Jamie. ChatGPT nennt vor allem Dollarpreise. Screenshot: pricing-friends.de, abgerufen am 16.10.2026

Fehlerbilder und ihre wahrscheinliche Quelle

Was die KI sagt Wahrscheinliche Quelle Was ihr tut
Ein Preis, den ihr früher hattet Alte Blogartikel, Help-Center, Pressemitteilungen, LinkedIn-Posts, Vergleichsartikel Eigene alte Inhalte aktualisieren oder entfernen, Autoren fremder Artikel anschreiben
Ein Preis, den ihr nie hattet Durchschnittswerte aus Vergleichstabellen oder Foren, keine lesbare Preisseite Preise als Text auf die eigene Seite, Bewertungsprofile pflegen
Monats- und Jahrespreis vertauscht Preisseite mit Umschalter, bei dem nur ein Wert im Text steht Beide Preise ausschreiben, mit Zeitraum
Netto und brutto vermischt Fehlende Angabe auf der Preisseite „zzgl. MwSt.“ oder „inkl. MwSt.“ direkt am Preis
Dollar statt Euro Englische Seite oder internationale Bewertungsplattform Preise je Markt in der eigenen Währung, Sprachversionen verlinken
„Preis auf Anfrage“, obwohl es Preise gibt Preise nur in Bildern, PDFs oder per JavaScript geladen Preise in HTML-Text, Seite ohne JavaScript prüfen

Wie wichtig das letzte Fehlerbild ist, hat Landwehr mit einem Beispiel aus der Investor-Relations-Arbeit beschrieben: ChatGPT gab Falsches über einen Geschäftsbericht wieder, weil es das PDF nicht öffnen durfte. Bei Preisen ist es dasselbe. Was das System nicht lesen kann, ersetzt es durch etwas anderes.

Schritt 2: Die eigene Quelle reparieren

Eure Preisseite ist die einzige Quelle, die ihr vollständig kontrolliert. Landwehr sagt dazu: Das Wichtigste sei, die eigene Website technisch zugänglich und leicht lesbar zu machen, und das heiße oft, Inhalte nicht hinter JavaScript zu verstecken. Konkret:

  • Preise, Pakete und Inhalte stehen als Text auf der Seite, nicht nur in Grafiken.
  • Jeder Preis hat Währung, Zeitraum und den Hinweis netto oder brutto.
  • Ein Frage-Antwort-Block unter der Tabelle beantwortet in ganzen Sätzen, was die Häkchen offenlassen. Landwehr empfiehlt, einem Sprachmodell die eigene Preisseite zu geben und zu fragen, was unklar ist. Daraus ergeben sich die Fragen für den Block.
  • Die Crawler der KI-Systeme sind weder in der robots.txt noch in den Voreinstellungen eures CDN gesperrt.

Google beschreibt für seine KI-Antworten dieselben Grundlagen. Laut der Dokumentation für Website-Betreiber gibt es keine zusätzlichen Anforderungen: Eine Seite muss indexiert sein und mit Snippet angezeigt werden dürfen. Google nennt dazu, dass robots.txt und CDN das Crawlen erlauben, wichtige Inhalte als Text vorliegen und strukturierte Daten zum sichtbaren Text passen. Eigene KI-Dateien oder besonderes Markup braucht es nach Google nicht. Für die Suche in ChatGPT nutzt OpenAI den Crawler OAI-SearchBot. Seiten, die ihn in der robots.txt aussperren, erscheinen laut OpenAI nicht in den Suchantworten, höchstens als Navigationslink.

Das alles setzt voraus, dass eure Seite überhaupt Preise zeigt. Was eine Preisseite darüber hinaus für Käufer leicht lesbar macht, hilft auch den KI-Systemen.

Schritt 3: Fremde und alte Quellen nachziehen

Danach kommen die Quellen, die ihr nur beeinflussen könnt. 95 % der Zitate in KI-Antworten stammen aus nicht bezahlten Quellen, 89 % aus Earned Media. Mit Werbung lässt sich das also nicht lösen.

  • Bewertungsplattformen. Aktualisiert eure Profile mit denselben Preisen und Paketnamen wie auf der eigenen Seite.
  • Eigene alte Inhalte. Blogartikel, Help-Center-Seiten und alte LinkedIn-Posts mit früheren Preisen. Landwehr rät, solche Beiträge im Zweifel zu löschen.
  • Fremde Artikel. Schreibt die Autoren an und bittet um eine Korrektur. Peec AI, die Firma von Landwehr, hat nach einer eigenen Preisänderung einen Alarm für Artikel mit dem alten Preis eingerichtet und schreibt die Autoren per E-Mail an. Viele passen den Text an, manche nicht.
  • Pressemitteilung. Bei einer größeren Preisänderung kann sie sinnvoll sein. Landwehr erwartet nicht, dass ein Journalist sie aufgreift. Sie landet aber auf vielen Seiten und gibt den Systemen mehr Dokumente, aus denen sie einen Konsens bilden.

Schritt 4: Nachmessen, über Monate

Ändert sich eine Quelle, ändert sich die Antwort nicht am nächsten Tag. Die Muster der zitierten Quellen verschieben sich über Monate. Unser Report empfiehlt deshalb eine laufende Messung mit einer verantwortlichen Person. Legt die Abfrage aus Schritt 1 deshalb als festen Termin an, etwa monatlich und nach jeder Preisänderung.

Preisänderungen ankündigen statt verstecken

Daraus folgt etwas, das vielen Software-Anbietern gegen den Strich geht. Bisher versuchen die meisten, eine Preiserhöhung möglichst unter dem Radar zu halten. Im Gespräch mit Landwehr habe ich das als Umdenken beschrieben: Mit der Kaufentscheidung über KI-Assistenten muss man eine Preisänderung hart ankündigen, und zwar überall gleich. Wer still erhöht, lässt die alten Preise in Vergleichsartikeln und Foren stehen. Die Systeme finden dann mehr alte als neue Dokumente. Kündigt die neuen Preise deshalb an, auf allen Kanälen gleichzeitig. Bestandskunden brauchen dafür eine eigene Ankündigung mit Vorlauf. Bei größeren Umstellungen, die Preisseite, Vertrieb und Bestandskunden zugleich betreffen, kann eine spezialisierte Pricing-Beratung wie hy helfen, die Schritte aufeinander abzustimmen.

Fazit: Korrigiert die Quellen, nicht das Modell

Falsche Preise in KI-Antworten entstehen dort, wo über euch geschrieben wird. Wer sie korrigieren will, braucht die Quelle jedes Fehlers und eine eindeutige eigene Preisseite. Rechnet mit Wochen bis Monaten, bis sich die Antworten ändern.

Einen ersten Stand bekommt ihr in rund einer Minute mit dem kostenlosen Pricing-Audit auf pricing-friends.de. Er liest eure Preisseite live, stellt ChatGPT, Claude und Gemini die Preisfrage zu eurem Unternehmen und vergleicht die Antworten mit eurer Seite. Geprüft wird nach dem Vorgehen, das die hy Consulting Group in mehr als 600 Pricing-Projekten entwickelt hat.

Quellen