Report 2027 · 4 Min. Lesezeit
SaaS & AI Pricing Report 2027: vier Ergebnisse für euer Pricing
Das Wichtigste in Kürze
- Laut SaaS & AI Pricing Report 2027 von hy planen oder prüfen 80 % der befragten SaaS- und KI-Anbieter eine Pricing-Änderung binnen zwölf Monaten.
- Software-Pricing wird hybrid: Eine Grundgebühr gibt Planbarkeit, ein variabler Teil deckt KI-Kosten. 63 % der befragten Softwareanbieter erwarten dieses Modell in zwei Jahren vorn.
- Die meisten Softwareanbieter packen KI-Agenten ohne Aufpreis ins Paket. Ein KI-Agent konkurriert aber mit Personalkosten, und als Feature bepreist wird er mit Software verglichen.
- Die Shortlist für Software entsteht immer öfter in KI-Systemen wie ChatGPT. Softwareanbieter, die ihre Preise nicht zeigen, werden dort mit fremden Preisangaben verglichen.
Wenn ihr Software oder KI-Produkte verkauft und in diesem Jahr an euren Preisen arbeitet, ist dieser Text für euch. Ich beschäftige mich seit 20 Jahren mit Software-Pricing. Am Anfang ging es um Kauflizenzen, dann um Subscriptions und Preise pro Nutzer, heute sprechen wir über Credits, Agenten, Workflows und Ergebnisse. Selten haben sich die Grundlagen so schnell verändert.
Für den SaaS & AI Pricing Report 2027 haben wir bei hy gemeinsam mit OMR Reviews und Appinio 4.400 Softwareprofile auf OMR Reviews ausgewertet, 153 SaaS- und KI-Unternehmen befragt und 24 Interviews mit Expertinnen und Experten geführt. Vier Ergebnisse stelle ich hier vor.
1. Vier von fünf Unternehmen ändern ihr Pricing
80 % der befragten Unternehmen planen oder prüfen in den nächsten zwölf Monaten eine Änderung ihres Pricings. Die häufigste geplante Maßnahme ist der Wechsel vom Seat-Modell zu einem hybriden Modell. Danach folgen Preiserhöhungen, neue KI-Pakete oder Add-ons, einfachere Pakete und ergebnisbasiertes Pricing.

Das deckt sich mit meiner Erfahrung als Berater. Früher hat mich ein Unternehmen etwa alle drei Jahre angerufen, inzwischen jedes Jahr. Wenn ihr euer Modell 2027 unverändert lasst, vergleichen eure Kunden es mit Angeboten, die gerade neu gebaut werden.
2. Die Abrechnung wird hybrid, der Seat verliert
Die reine Subscription ist mit 40 % noch das häufigste Hauptmodell. Für die Zeit in zwei Jahren erwarten aber nur 22 % der Befragten, dass sie das wichtigste Modell ist. 63 % setzen dann auf hybride Modelle aus fester Grundgebühr und variablem Verbrauch, heute sind es 34 %. Bei der Preismetrik verliert der Seat als künftige Hauptmetrik 31 Prozentpunkte.

Der Grund liegt in den Kosten. Klassische SaaS-Produkte ließen sich fast ohne Zusatzkosten skalieren, bei KI kostet jede Interaktion echtes Geld. OpenAI berechnet für sein Modell gpt-6.1-sol laut Preisliste 2 US-Dollar pro Million eingelesener und 10 US-Dollar pro Million erzeugter Tokens (Stand Oktober 2026). Eine feste Grundgebühr gibt dem Kunden Planbarkeit, der variable Teil deckt eure KI-Kosten. Ein Viertel der Befragten hat allerdings noch keine Zielmetrik festgelegt.
3. KI und Agenten stecken meist noch im bestehenden Paket
50 % der Befragten bauen KI ins Kernprodukt ein, ohne Aufpreis. 22 % monetarisieren KI noch gar nicht. Bei Agenten sieht es ähnlich aus: 62 % packen sie in bestehende Pakete oder haben noch keine Strategie.


Meine These dazu: Bei KI ist die Effizienzlogik deutlich weiter als die Monetarisierungslogik. Ein KI-Feature kann dem Kunden viel Arbeit abnehmen und dem Anbieter trotzdem keinen zusätzlichen Euro bringen. Bei Agenten hilft eine Unterscheidung nach Budget. Features konkurrieren um das Softwarebudget des Kunden, Agenten um sein Personalbudget. Wer einen Agenten wie ein Feature bepreist, vergleicht ihn mit Software, obwohl er Arbeit erledigt.
4. Die Shortlist entsteht immer öfter in einer KI
Viele Softwarekäufer in der DACH-Region beginnen ihre Recherche inzwischen in einem KI-System. Wie schnell sich KI in den Unternehmen verbreitet, zeigt eine Befragung des Digitalverbands Bitkom: 2026 setzen 57 % der deutschen Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI ein, vor zwei Jahren waren es 20 %. 92 % der B2B-Käufer kaufen am Ende ein Produkt, das schon auf ihrer ersten Liste stand, so eine Studie von Google und Bain. Wer dort fehlt, kommt in die Preisverhandlung gar nicht erst hinein.
Bei den Preisen habt ihr es selbst in der Hand. Wer seine Preise versteckt, verschwindet nicht aus dem Vergleich. Er verliert nur die Kontrolle über den Preis, mit dem verglichen wird. Ob ChatGPT, Claude und Gemini eure Preise richtig wiedergeben, zeigt euch in rund einer Minute der kostenlose Pricing-Audit auf pricing-friends.de. Er liest eure Preisseite live, fragt die drei Systeme nach euren Preisen und vergibt einen Score von 0 bis 100. Geprüft wird nach dem Vorgehen, das die hy Consulting Group in mehr als 600 Pricing-Projekten entwickelt hat.
Fazit: Erst die Einheit, dann die Zahl
Erfolgreiches KI-Pricing beginnt nicht mit einer Zahl. Es beginnt mit der Frage, welchen Wert euer Produkt schafft und welche Einheit diesen Wert am besten abbildet. Produkt, Paketierung und Preis gehören deshalb in ein gemeinsames System.
Im vollständigen Report findet ihr die Daten zu Paketen, Abrechnungsmodellen und Preismetriken, die Kapitel zu KI-Features, Agenten, Workflows und KI-Infrastruktur, Fallbeispiele wie Figma, Microsoft und Intercom und ein Vorgehen in acht Schritten für euer eigenes Preismodell. Hier ladet ihr den SaaS & AI Pricing Report 2027 herunter.
Quellen
- SaaS & AI Pricing Report 2027 von hy, S. 3, 7, 12, 13, 21, 30, 32, 46, 47, 74, 76, 80, 84
- Bitkom: Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI, 14.09.2026
- OpenAI: API-Preise, abgerufen am 17.10.2026
- Pricing Friends, Folge 142: SaaS- und AI-Pricing mit Mariella Knospe und Felix Rahlmeyer: Wie bepreist man Software und AI im Jahr 2027?