
Sparfochs und Pricing mit Frank Ochse: Was sind die besten Tricks des Sparprofis?
Der deutsche Einzelhandel operiert in einem harten Verdrängungswettbewerb, in dem psychologische Preisschwellen und Intransparenz oft die Oberhand gewinnen. Während die Inflation offiziell sinkt, erleben Verbraucher an der Kasse durch „Shrinkflation“ oder dynamische Preisanpassungen oft eine andere Realität. Sebastian Voigt spricht mit Frank Ochse, dem Sparfochs von Bild, über seine Rolle als selbsternannter Anwalt der Leser. Mit einer Millionenreichweite deckt er unter anderem auf, wie Anbieter mit Preislogiken, Rabatten und Intransparenz arbeiten.
Im Gespräch geht es darum, warum die Eigenmarken der Discounter oft die preisstabilere Alternative zu Markenprodukten sind. Außerdem erklärt Frank, weshalb transparente Kommunikation bei Preisänderungen häufig besser funktioniert als viele Unternehmen denken und wie Verbraucher mit den richtigen Routinen jedes Jahr spürbar sparen können.
Über den Gast
Frank Ochse alias der „Sparfochs“ ist einer der bekanntesten Verbraucherjournalisten Deutschlands. Er schreibt auf bild.de, in Newslettern und in Spiegel-Bestsellern über Schnäppchen, Verbraucherfallen und Preistricks. Er ist seit 2003 bei Axel Springer, war zunächst im Aufbau von Bild.de aktiv, später unter anderem Polizeireporter und ist heute Ressortleiter Sparfochs & Leserdialog bei BILD, Moderator und Autor.
Und wer einen Preis-Fail, eine Verbraucherfalle oder einen starken Spartipp entdeckt hat, kann Frank gerne per Mail schreiben: sparfochs@bild.de
Transkript
Frank Ochsewir hatten die Haferflocken vorhin ja schon, mussten sie die Packungsgröße reduzieren und da hat halt die Chefin tatsächlich ein relativ emotionales Video gepostet, dass ihnen das leidtut, sie müssen es machen und so. Und das ist halt toll. Und es ist ja eigentlich eine negative Nachricht, die verkündet wird, aber trotzdem war das so glaubwürdig, ich habe es mir auch angeschaut und das würde ich mir doch häufiger wünschen.
IntroHerzlich willkommen zum Pricing Friends Podcast mit Sebastian Voigt.
Sebastian VoigtHallo, liebe Pricing Friends! Wenn man ehrlich ist, sprechen wir hier in ungefähr 80 % aller Podcastepisoden darüber, wie Unternehmen mit smarten Preisstrategien es schaffen, ihre Profite zu steigern. Heute wollen wir das mal wieder umdrehen und aus der Verbrauchersicht auf Preise gucken. Ich habe nämlich heute nicht nur einen sehr bekannten Journalisten, sondern ich würde mal sagen, einen der bekanntesten Verbraucherschützer unseres Landes hier zu Gast, auch wenn er eigentlich auf seiner Visitenkarte gar keiner ist, denn mein heutiger Gast ist Frank Ochse, besser bekannt als der Sparfochs bei BILD. Und er schreibt ja in BILD, in seinen Spiegel-Bestsellern, in seinem Newsletter regelmäßig über die besten Schnäppchen, aber auch über die miesesten Verbraucherabzocken. Also, ich hoffe heute auf viele Preise der Woche, aber auch viele Pricing-Fails, wenn es heißt: Preis-Voigt trifft Sparfochs. Also, schön, dass du da bist, lieber Frank.
Frank OchseJa, danke für die Einladung. Ich fühle mich geehrt.
Sebastian VoigtUnd Frank, ich muss dich auch erst mal ehren, denn du hast, glaube ich, das am besten gepflegte LinkedIn-Profil, was es was es gibt. Also alle, die jetzt noch nicht mit dir vernetzt sind, sollten es sofort tun und gucken. Du bist nämlich, ich nehme an, es ist aktuell, du bist seit 1900 bei Axel Springer und BILD. Ist das ist das richtig?
Frank OchseIch glaube, das gebe ich noch mal in die Rechercheabteilung. Da habe ich irgendwie ein komisches Bauchgefühl. Aber stimmt, ein übler Fehler. Danke, dass du mich darauf aufmerksam machst.
Sebastian VoigtAber vielleicht kannst du ja mal erzählen für die, die dich nicht kennen, was du seit 1900 so alles gemacht hast und was du heute tust.
Frank OchseTrotzdem, auch wenn 1900 natürlich totaler Unsinn ist, ich bin schon sehr, sehr lange bei Springer, ich sage auch gleich, was ich da gemacht habe und es ist mir halt wichtig, ich kann mein Business ja eigentlich nur machen mit einer großen Reichweite. Also das Deswegen bleibe ich halt auch Axel Springer und BILD treu und bin da sehr dankbar, arbeite da sehr gern, weil wir einfach eine Mega-Reichweite haben und das, was ich mache, geht halt nur mit einer Mega-Reichweite. Also, ich bin schon tatsächlich seit 2003 da. Ich war im im Projektteam, als wir BILD.de entwickelt haben. Das war noch in Hamburg der Fall. Da haben wir wollten wir das schon damals das größte Internetportal der Welt gründen. Es hat dann leider ein bisschen länger gedauert, aber dann ging es dann doch recht schnell los. Wir haben uns dann so ein bisschen personell so ein bisschen verkleinert, ein bisschen mehr fokussiert und sind dann auch insgesamt nach Berlin umgezogen. Ich fühle mich hier sehr wohl, das war 2007 bin ich umgezogen und hier kam das dann so richtig ins Rollen, ne? Und das ist halt tatsächlich so, diese Transformation auch mitzuerleben von Print wirklich zu Online und jetzt ist es ja fast umgekehrt. Also früher hat man immer gesagt: Ach, der ist bei Online, so. Das war dann immer so ein bisschen despektierlich, ja fürchterlich. Und mich hat das aber nie gestört, heute ist es halt umgekehrt. Aber gut, wir schreiben natürlich für Print und Online, also insofern gibt es da jetzt keine klare Trennung wie damals noch.
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