
Eisbären und Pricing mit Marten Schumacher: Wie funktioniert Ticketpricing für 14.200 Plätze in der Uber Arena?
Wie verkauft man eine Arena mit 14.200 Plätzen zu 99 % Auslastung, ohne Rabattschlachten?
In dieser besonderen Videofolge von Pricing Friends sind wir nicht im Studio, sondern mitten in der Uber Arena. Während die Eisbären Berlin ihr Morning Skate absolvieren, spricht Sebastian Voigt mit Marten Schumacher, Senior Director Ticketing bei den Eisbären Berlin, über ein Ticketpricing-System, das bewusst anders funktioniert als klassische Topspiel-Logiken.
Statt „großer Gegner gleich hoher Preis“ setzen die Eisbären auf Nachfrage, Timing und Zielgruppen. Über 7.000 Dauerkarteninhaber füllen fast die Hälfte der Arena. Wer früh bucht, erhält den besten Preis. Späte Buchungen sind teurer, Frühentscheider werden nicht benachteiligt.
Im Eishockey zählen weiche Faktoren stärker als im Fußball. Wochentag, Uhrzeit und Publikumsmix beeinflussen die Zahlungsbereitschaft. Freitag bedeutet höhere Nachfrage, Sonntag mehr Familien und geringere Zahlungsbereitschaft. Der Gegner spielt eine Rolle, aber nicht die zentrale.
Die Fankurve bleibt preisstabil. Rund 2.000 Stehplätze sind dauerhaft von Preiserhöhungen ausgenommen. Einstiegspreise beginnen bei 18 Euro, Premium-Tickets liegen bei bis zu 85 Euro, Suiten bei rund 280 Euro.
Die Preise werden vor der Saison festgelegt und nicht nach unten korrigiert. Es gibt keine Last-Minute-Rabatte und keine Panikmechaniken. Wer sich früh entscheidet, soll den besten Preis bekommen. Seit Corona ist dieses Modell auch wirtschaftlich tragfähig.
Die Uber Arena ist ganzjährig ausgelastet. Neben den Eisbären spielen Alba Berlin, dazu kommen Konzerte und internationale Events. Das Eis bleibt liegen, wird abgedeckt und funktioniert selbst bei Shows und Großveranstaltungen.
Am 25. Februar 2026 veranstalten die Eisbären Berlin ihren ersten Business-Spieltag inklusive Eisbären-Summit in der Uber Arena. Weitere Informationen und Buchung findet Ihr hier.
Über den Gast
Marten Schumacher ist Senior Director Ticketing bei den Eisbären Berlin. Er verantwortet Ticketumsatz, Budget und Ticketing-Strategie bei den Eisbären Berlin in der Uber Arena mit 14.200 Plätzen und gehört zur Anschutz Entertainment Group.
Transkript
Marten SchumacherDas heißt, für uns ist die Fankurve, wenn wir jetzt über Preiserhöhung oder, hey, wir müssen da oder da oder jenes machen, ist immer ausgeschlossen. Das heißt, wir haben dort marginal gehen wir 1 € hoch in dem Preis, ansonsten bleibt der immer unter 20 €. Also, nee, er bleibt immer unter 20 €, weil das ist einfach die, sind so loyal über die letzten Jahre, 2.000 positiv verrückte Leute und da, da holen wir nicht das Geld, beziehungsweise, das macht auch gar keinen Sinn, weil das ist, die, die sollen, die sollen ihren Spaß haben.
Sebastian VoigtHerzlich willkommen zum Pricing Friends Podcast mit Sebastian Voigt. Hallo, liebe Pricing Friends. Ich starte mal die heutige Folge mit einer Frage, denn was haben Andrea Berg, Depeche Mode, die NBA, die Eisbären Berlin, Alba und viele weitere und Pricing Friends gemeinsam? Seit heute, eine Live-Event in der Uber Arena. Da sind wir nämlich heute. Ich freue mich sehr auf die heutige Folge. Sitze hier im Eisbärentrikot und mir gegenüber sitzt Marten Schumacher. Marten ist Senior Director bei den Eisbären und zuständig fürs Thema Ticketing.
Marten SchumacherVielen Dank für die Einladung.
Sebastian VoigtWir wurden ja eingeladen, also ich muss mich bedanken und wir können bisschen hier auch aufs Eis gucken, denn da passiert schon was. Heute Abend spielen die Eisbären.
Marten SchumacherGenau, heute Abend 19:30 Uhr, ERC Ingolstadt ist zu Gast. Ausverkauftes Haus. Wird, glaube ich, heute ein richtig, richtig cooles Event. Und jetzt gerade eben ist das Warm-up beziehungsweise das Pre-Skate durch. Ja, unsere Jungs sind heiß auf ein paar Punkte.
Sebastian VoigtEs ist Platz 7 aktuell, ne? Ist also wichtig. Wird das die direkte Einzug in die Playoffs oder müssen sie über die Quali? Alle, die es hören, wissen es schon.
Marten SchumacherRichtig, richtig, richtig. Also, es sieht wie folgt aus. Platz 7, 8 und 9 und 10, die spielen noch mal die erste Playoff-Runde. Das ist eine Best-of-Three-Serie. Das heißt also, nach zwei Spielen kann die Saison schon vorbei sein. Schöner wäre es natürlich, wenn wir uns direkt für die Viertelfinalgeschichte qualifizieren. Also, Platz 6 sollte schon irgendwie weiter Fokus sein. Elf Spiele sind noch zu spielen. Ich bin guter Dinge, dass wir da ein paar Punkte holen werden.
Sebastian VoigtAlle könnt jetzt googeln. Aber wir machen, wir machen das Eishockey jetzt nicht aus. Wir machen es hier sehr, sehr authentisch heute.
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