
KI und Pricing mit Laura Lewandowski: Wie nutze ich KI zur Recherche und zur Unterstützung meiner Preisentscheidungen?
KI wird oft als Abkürzung verstanden. Schneller schreiben, schneller rechnen, schneller veröffentlichen. In dieser Folge spricht Dr. Sebastian Voigt mit Laura Lewandowski darüber, warum genau diese Erwartung problematisch ist. Laura arbeitet täglich mit KI, ihre Friends nennen sie „AI Queen“. Trotzdem sagt sie klar, dass Disziplin und Erfolg wie ein Muskel sind, den man trainieren muss. Niemand habe Lust, Preise sauber durchzurechnen oder einen Artikel von Grund auf zu schreiben. Mit KI glaube man oft, sich diese Arbeit sparen zu können. Genau dort beginne das Problem.
Ein zentrales Thema der Folge ist Mindset. Laura sagt offen, dass man sich jetzt mit KI beschäftigen muss, sonst gibt es den eigenen Job vielleicht bald gar nicht mehr. Entscheidend sei aber nicht Tool-Wissen, sondern die Haltung dahinter. Neugier, Freude am Ausprobieren und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. KI sei ein Werkzeug, kein Ersatz für Denken.
Besonders deutlich wird das beim Thema Content. Laura sagt, dass Intellectual Property das ist, was Inhalte in Zukunft wirklich outstanding macht. Wer das Internet nach Trends durchsucht, bleibt Mitläufer und wird niemals Trendsetter. KI kann strukturieren und beschleunigen. Eine eigene Perspektive entwickelt sie nicht. Auch Pricing spielt eine Rolle. Laura spricht darüber, wie sie über faire und psychologisch sinnvolle Preise nachdenkt und warum das mittlere Paket oft das eigentliche Ziel ist.
Über den Gast
Laura Lewandowski ist Journalistin, Unternehmerin und Investorin. Sie ist Gründerin des Newsletters Smart Chiefs und des KI-Wissensformats AI Americano, mit dem sie Unternehmen beim Aufbau eines tragfähigen KI-Mindsets unterstützt. Zuvor arbeitete sie unter anderem als dpa-Journalistin, Kolumnistin bei Business Insider, Podcasterin und NGO-Reporterin in Ostafrika. Weitere Stationen waren Google, der Bayerische Rundfunk, die Deutsche Welle sowie UFA und MESH Collective. Laura ist bekannt für ihren Brückenschlag zwischen Journalismus, Entrepreneurship und Künstlicher Intelligenz.
Transkript
Laura LewandowskiDu musst dich jetzt mit KI beschäftigen, ansonsten gibt's deinen Job vielleicht bald gar nicht mehr. Und das ich glaube das Mindset, das ist das, wo man überhaupt erstmal anfangen muss. Spaß dafür entwickeln. Das was uns glaube ich in der Zukunft wirklich outstanding macht, was Content betrifft, unser Intellectual Property. Also natürlich kann man sagen, okay, ich durchforste das Internet nach Trends, dann bist du aber niemals der Trendsetter.
Sebastian VoigtHerzlich willkommen zum Pricing Friends Podcast mit Sebastian Voigt. Hallo und herzlich willkommen, liebe Pricing Friends. Schön, dass ihr auch diese Woche wieder dabei seid. Wir wollen heute über KI sprechen. Das ist nichts Neues, denn KI ist heute überall verfügbar, aber die eigentliche Frage ist ja auch nicht mehr, wer von euch KI nutzt, sondern wie man es sinnvoll, Zeit sparend und wertstiftend einsetzt. Und mein heutiger Gast Laura Lewandowski, sie arbeitet täglich mit KI als Journalistin, Unternehmerin und Gründerin von Smart Chiefs und AI Americano, hilft tagtäglich etwa 100.000 LinkedIn- und Instagram-Followern, sowie über 13.000 Newsletter-Abonnenten mit konkreten Tipps, wie man KI einsetzen kann, um Informationen zu kuratieren, Entscheidungen vorzubereiten, handlungsfähig zu bleiben, und das im Journalismus, in Unternehmen und darüber wird heute speziell zu reden sein, natürlich auch im Pricing. Ich freue mich sehr auf diese Folge und werde bestimmt sehr viel lernen. Insofern, herzlich willkommen, liebe Laura.
Laura LewandowskiVielen Dank für die Einladung.
Sebastian VoigtSchön, dass du da bist heute. Und du hast ja einen sehr sehr spannenden Werdegang auch schon hinter dir. Meine erste Frage zur Vorstellung wäre: Wie wird man eigentlich als Journalistin KI-Expertin?
Laura LewandowskiJa, das ist eine sehr gute Frage. Also, zuallererst habe ich mich natürlich schon immer mit komplexen Themen beschäftigt und versucht, die einfach zu erklären. Also, ich hoffe, das ist der Anspruch vieler Journalisten. Und das Ganze fing ja damals bei der Deutschen Presse-Agentur an, also nicht unweit weg von eurem Haus hier. Und vor ungefähr jetzt acht Jahren habe ich gekündigt und mich selbstständig gemacht. Und der eigentliche Grund, warum ich auf das Thema KI gekommen bin, war über eine Reihe von Erkenntnissen. Weil als ich bei der dpa gekündigt habe, war ich erstmal klassischer Freelancer und habe aber relativ schnell gemerkt, dass meine Zeit endlich ist und dass ich aber Bock habe auf Geld verdienen. Ja, wenn wir schon über das Thema Pricing sprechen, hatte ich das Gefühl, mein Preis ist eigentlich viel zu billig und habe mich dann sehr viel mit dem Thema Online-Marketing beschäftigt und auch überlegt, okay, wie kann man etwas skalieren, was kein klassisches Produkt ist, sondern letzten Endes meine Personal Brand und auch an meine Präsenz und mein Wissen gekoppelt ist. Und natürlich wissen wir inzwischen, viele Leute machen irgendwelche Coaching-Produkte etc. pp. hinter ihre Brand. Auch das habe ich versucht, viele Dinge ausprobiert. Allerdings wurde all das dann gesprengt, als ich meine Tochter bekommen habe und mir dann gedacht habe, na ja, okay, bei aller Liebe der Skalierung, irgendwie musst du jetzt die nächste Stufe zünden. Und damals war künstliche Intelligenz auch für mich noch ein Wort, das ein bisschen Nervosität hervorgerufen hat. Ich hatte mich bis zu dem Zeitpunkt kaum damit beschäftigt, aber ich wusste, wenn es eine Methode gibt, um wirklich mehr aus deiner Zeit rauszuholen und wirklich auch effizienter zu arbeiten, vor allem mit kleinem Kind, dann ist es KI. Und weil ich aber keine Ahnung davon hatte, habe ich mich dann einfach kurzerhand in ein Semester mit KI eingeschrieben und mir die Basics beibringen lassen. Und das war der Startschuss.
Sebastian VoigtUnd macht KI dich heute immer noch nervös oder bist du mittlerweile ein bisschen souveräner?
Laura LewandowskiAlso, ich würde ehrlicherweise so weit gehen und mich auch gar nicht als eine richtige KI-Expertin bezeichnen. Ich weiß mit Sicherheit mehr als viele Menschen da draußen, und das ist hoffentlich auch gut so, weil sonst könnte ich darüber nicht schreiben. Aber jeden Tag im KI-Bereich passiert so viel und diese Masse zu durchdringen, sorgt eigentlich dafür, dass ich ein immer lernender Schüler bin. Und das will ich auch bleiben, mit diesem Mindset da rauszugehen. Ich glaube, das ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die man sich erhalten sollte, niemals zu denken, man weiß alles, sondern immer zu verstehen: Okay, jeden Tag gibt es eine Sache, in der kann ich besser werden, die kann ich dazu lernen.
Sebastian VoigtDu hast nicht nur eine immense LinkedIn-Followerschaft, knapp 70.000 Stand Stand heute, wahrscheinlich wenn es ausgestrahlt wird, sind schon eine Null hinten dran, sondern auch ein sehr, wie ich finde, pointierten und persönlichen KI-Newsletter namens Smart Chiefs. Erzähl doch mal davon.
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