
Flix und Pricing mit Michael Breiter: Wie steuert Flix Millionen Preise pro Tag?
Wie steuert man Millionen Preise pro Tag in einem der komplexesten Mobilitätsnetzwerke Europas? Flix berechnet täglich hundert Millionen Preispunkte neu – über tausende Stationen, zahlreiche Streckenabschnitte und unterschiedlichste Nachfragekurven hinweg. Dr. Sebastian Voigt spricht mit Michael Breiter, Chief of Staff Commercial Excellence & Revenue Management, über die Mechaniken hinter diesem System und darüber, wie Pricing, Forecasting und Netzwerksteuerung in einem globalen Setup zusammenwirken.
Michael erklärt, warum bereits wenige Stopps auf einer Strecke zu zahlreichen Ticketkombinationen führen und welche technologische Infrastruktur notwendig ist, um dieses Modell auf ein internationales Netzwerk zu skalieren. Er zeigt, wie Forecasting und Machine Learning genutzt werden, um Nachfrage und Zahlungsbereitschaft auch dort abzuschätzen, wo kaum historische Daten vorliegen, und weshalb nicht nur der Preis selbst, sondern auch seine Darstellung und Einbettung in die Customer Journey entscheidend sind. Zudem geht es um die Zusammenarbeit zwischen Pricing, Revenue Management und Commercial Excellence, die unterschiedlichen Marktmechaniken von Bus und Bahn sowie die Frage, wie globale Strategien in Ländern wie UK oder Schottland lokal umgesetzt werden. Michael beschreibt, wie das asset-light Plattformmodell von Flix funktioniert, welche Rolle Buspartner spielen und wie Kapazitäten, Auslastung und Preislogik in Echtzeit gesteuert werden. Die Folge zeigt, warum dynamisches Pricing weit mehr ist als Preissetzung – es ist ein Zusammenspiel aus Technologie, Forecasting, lokaler Marktkenntnis und der Fähigkeit, ein globales Netzwerk flexibel zu steuern.
Über den Gast:
Michael Breiter ist Chief of Staff Commercial Excellence & Revenue Management bei Flix. Er bringt mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung im Pricing und Revenue Management mit – unter anderem als VP Revenue Management & Pricing Central Europe bei Accor sowie in leitenden Rollen bei einem unabhängigen Schweizer Hoteloperator. Bei Flix verantwortet er die Schnittstelle zwischen globalen Pricing- und Revenue-Teams, technologischen Entwicklungen und der lokalen Umsetzung in internationalen Märkten.
Transkript
Michael BreiterUnd wenn du zehn Stopps hast, hast du hast du 45 Kombinationen, die möglich sind. Wenn du das jetzt hochrechnest auf ein Netzwerk mit 8.000 Stationen oder sagen wir 5.000, um um um in Europa zu bleiben, weil keiner wird mit dem Bus bis nach Amerika durchfahren können, reden wir schnell von Hunderten von Millionen Preisen, die eigentlich jeden Tag verfügbar sein müssen, immer wieder aufs Neue, immer wieder neu geschätzt und und und berechnet werden müssen.
Herzlich willkommen zum Pricing Friends Podcast mit Sebastian Voigt.
Sebastian VoigtHallo und herzlich willkommen, liebe Pricing Friends. Eine neue Folge. Wir stehen kurz vor Weihnachten. Viele von euch sind vielleicht schon gerade in der Planung, wie sie zur Familie kommen. Da ist der Klassiker, vielleicht in die Bahn zu steigen oder aber auch mit dem FlixBus oder dem FlixTrain zu fahren. Und heute wollen wir mal ein bisschen über das Pricing von Flix reden. Ich habe dafür Michael Breiter zu Gast. Er ist Chief of Staff im Bereich Commercial Excellence und Revenue Management bei Flix und kann uns ganz viel über das Thema Pricing und Monetarisierung für Bus und Zug erzählen. Schön, dass du da bist, Michael.
Michael BreiterServus Sebastian.
Sebastian VoigtJetzt muss ich mal fragen. Ich habe eben mal geguckt. Ich habe das Glück als Berliner, dass meine Familie auch komplett hier ist seit vielen Generationen, ich also gar nicht diese Reise habe, aber nehmen wir mal an, meine Familie wäre in Paris und ich steige nächste Woche in den FlixBus oder in den Zug, dann zahle ich 42 Euro. Wenn ich die Bahn nehme, zahle ich ohne Rabatt 150 Euro und habe auch noch zwei bis fünf Umstiege aus Berlin. Also, wie kriegen wir noch mehr Leute von der Deutschen Bahn in den FlixBus?
Michael BreiterJa, indem wir mehr Leuten davon erzählen, wie wie gut es ist oder genau was du sagst. Das ist doch deutlich günstiger. Ich glaube, auf der Strecke Paris-Berlin, da kenne ich jetzt die Zeiten nicht, wie wie groß der Unterschied hier ist, aber oft da ist eigentlich der Unterschied geringer, als man denkt.
Sebastian VoigtJa, Berlin-Paris ist natürlich schon eine Strecke. Das das variiert hier sehr stark bei dem, was ich mir gerade angucke, bis zu 17 Stunden. Da muss man mal überlegen, ob man das wirklich wirklich will. Ich habe tatsächlich zu meiner Schande nur eine FlixBus-Experience bisher gemacht, damals von Berlin nach Braunschweig und ich fand es sehr sehr gut. Es war damals günstig. Es ist natürlich von Tür zu Tür, fährt bei mir auch am Südkreuz los, ist jetzt recht convenient. Und das WLAN war sehr gut, war meine Erfahrung. Sind das die USPs von Flix?
Michael BreiterJa. Ja, man muss ja sagen, das WLAN, hat man mal eine gute Erfahrung und manchmal ist sie könnte sie etwas besser sein, aber ich glaube, das Problem haben wir an vielen an an vielen Strecken. Aber grundsätzlich doch ja, genau dieses Punkt-zu-Punkt in den Bus einsteigen, vielleicht nicht unbedingt vom Hauptbahnhof weg, vielleicht für Leute, die jetzt nicht in Berlin wohnen, sondern in Städten außerhalb, die den die die Busstation näher haben, um dann von dort loszufahren. Genau da da sind einige der der der Benefits. Weniger Umstiege, kommt gemütlich ans Ziel. Ich habe mit Leuten gesprochen, die nehmen den FlixBus gern. Überhaupt nicht die, die man so am am am am Schirm hat, oder? Ältere Leute, die sagen: „Ja, mit dem FlixBus kann ich fahren. Ich reserviere mir dann schön meinen Platz ganz vorne. Ich kann mir reservieren einen leeren Sitz nebenan dann, damit ich es auch gemütlich hab und komme so frisch ans Ziel.“
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