
Technologie und Pricing mit Alexander van der Steeg: Zwischen Cloud, Kosten und Kontrolle – wie beeinflusst Technologie Preise?
Was passiert eigentlich auf der anderen Seite des Tisches, wenn Softwareanbieter ihre Preise erhöhen? Dr. Sebastian Voigt spricht mit Alexander van der Steeg, CTO von EntekSystems, über Softwarekostenkontrolle, Lizenzmanagement und die wachsende Preismacht großer Anbieter.
Alexander erklärt, warum viele Softwarefirmen Flexibilität heute gezielt monetarisieren, wie indexbasierte Preismodelle funktionieren und weshalb Preissteigerungen oft versteckt in Tokens, Laufzeiten oder Feature-Paketen stattfinden. Er zeigt an Beispielen wie Microsoft (+25 % auf Teams), Adobe und Broadcom/VMware (+1000 %), wie stark Technologie die Preisgestaltung verändert und welche Folgen das für Unternehmen hat.
„Ich finde, dass der Kunde eigentlich aus dem gesamten Portfolio auswählen sollte und es nur eine Metrik geben sollte, die ihm totale Transparenz gibt“, sagt van der Steeg im Gespräch.
Außerdem geht es um den Trend zur digitalen Souveränität, die Renaissance von On-Premise-Lösungen und die Frage, warum CTOs zunehmend auch zu CFOs ihrer digitalen Assets werden.
Über den Gast Alexander van der Steeg ist CTO der EntekSystems GmbH in Haibach bei Aschaffenburg. Mit Inventory360 entwickelt das Unternehmen eine Plattform für IT-Asset- und Software-Lizenzmanagement, die Unternehmen Transparenz über ihre IT-Landschaft verschafft und Softwarekosten steuerbar macht. Zuvor war Alexander Head of IT bei der TB International GmbH und leitete die Softwareentwicklung bei der Dedere Deutschland GmbH. Er verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in Full-Stack-Entwicklung, IT-Betrieb, Cloud-Architektur und DevOps und verfolgt mit EntekSystems das Ziel, IT-Management, Preis- und Vertragskontrolle auf eine gemeinsame datengestützte Basis zu stellen.
Transkript
Alexander van der SteegIch würde schätzen, dass das, wenn man über alle Kundengruppen, alle Größe eines Unternehmens geht, sicherlich eine Steigerungsrate von durchaus 10 % pro Jahr zu betrachten ist. Und da muss man bedenken, manche haben ja keine steigenden Kosten, andere, bei denen explodiert das hinten raus natürlich, weil die auch aufgrund ihrer steigenden Mitarbeiterzahlen dann mitwachsen. Aber 10 % wäre nicht unfair, das zu schätzen.
Sebastian VoigtHerzlich willkommen zum Pricing Friends Podcast mit Sebastian Voigt. Hallo und herzlich willkommen, liebe Pricing Friends. Schön, dass ihr wieder da seid. Heute wollen wir über das Thema IT-Asset-Management und Pricing sprechen. Klingt heute sehr technisch, soll es auch werden. Während wir ja häufig darüber sprechen, wie man seine Preise gerade von SaaS- und Softwareprodukten erfolgreich umsetzen kann, wollen wir heute so ein bisschen mal die andere Perspektive nehmen, denn wie manage ich eigentlich die Preise meines IT- und Softwareinventars und kann vielleicht auch die Kosten kontrollieren und so einer Preiserhöhungsstrategie vielleicht auch mal entgegenwirken? Und dafür habe ich jemanden, der im IT-Asset-Management unterwegs ist, mit einer eigenen Lösung dafür, und das ist Alexander van der Steeg, CTO von EntekSystems. Hallo Alex, ich freue mich auf unser Gespräch.
Alexander van der SteegJa, vielen lieben Dank. Danke für eure Einladung und bin sehr, sehr gespannt aufs Gespräch mit euch.
Sebastian VoigtJetzt haben wir natürlich hier viele IT- und Software- und Tech-Experten als Hörer und Hörerinnen, aber vielleicht kannst du ja dennoch, bevor wir sozusagen in die Tiefe einsteigen, einmal erklären, was eigentlich IT-Asset-Management und Inventory-Management ist im Softwarebereich.
Alexander van der SteegSehr gerne. Also, es ist grundsätzlich erstmal der gesamte Lebenszyklus, wie man einen Gegenstand, Hardware primär, also IT-Hardware, oder grundsätzlich auch Software verwaltet. Das heißt, von, sag jetzt mal ganz der gesamte Kreislauf, von einem Kauf, von der Planung über ich integriere das in mein Unternehmen, verwalte das, plane den Einsatz davon, warte das beim Hardwaresegment. Bei der Software, ich prüfe, ob ich vielleicht nachdem der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt als Beispiel, wieder reingeht, bis es irgendwann auch dann auch abgeschrieben ist im Rahmen des Anlagevermögens oder eines immateriellen Vermögens, dann das Unternehmen wieder verlassen würde. Der gesamte Zyklus von Gegenständen und immateriellen Gegenständen bzw. Softwarelizenzen. Das ganz grob erstmal in diesem Bereich.
Sebastian VoigtUnd wenn jetzt so ein, so ein Softwareanbieter kommt und sagt, hey, kostet jetzt 20 % mehr, dann poppt das bei euch in eurer Lösung Inventory360 auf und man kann gegensteuern?
Alexander van der SteegMan kann z. B. dagegensteuern. Es gibt verschiedene Facetten. Wir teilen das ganz klassisch: einmal, wie man es kennt, Hardware-Management, IT-Management, man kann auch andere Gegenstandsklassen bei uns verwalten, eigentlich alles, was es gibt: Tische, Stühle, Büromöbel, aber auch Schlüssel etc., also alles Mögliche, was man sich vorstellen kann, was physisch auch existiert. Und dann der Gegenwert natürlich, das Ganze in Softwarelizenzen zu unterteilen und natürlich auch vertragliche Aspekte. Gerade Software ist meistens ein vertraglicher Hintergrund, die man vielleicht für eine interne Prüfung, für eine Nachverhandlung, Erneuerungsprozesse, ne, all diese Themen damit rein nimmt und das kann man auch über das Produkt natürlich abbilden.
Sebastian VoigtAlso heute lernen dann unsere typischen Pricing Friends Hörer mal wieder einen Antagonisten kennen, der natürlich ihnen jetzt nicht unbedingt hilft, neue Preise umzusetzen, sondern vielleicht erklärt, wie so ein CTO oder vielleicht auch Einkäufer auf der anderen Seite auf sowas reagieren und Softwarepreise und -lizenzen managen. Jetzt hast du einmal erklärt, was IT-Asset-Management ist und Inventory-Management. Vielleicht erzählst du noch mal, wer wer du eigentlich bist und was ihr bei EntekSystems ganz genau macht.
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