
Luxusprodukte und Pricing mit Alexandra & Jan-Oliver Stück: Wie entwickeln sich Preise im Secondhand-Markt für Designerhandtaschen von Hermès, Chanel & Co.?
Wie entsteht der Preis für eine Handtasche, die mehr kostet als ein Auto?
Dr. Sebastian Voigt spricht mit Alexandra und Jan-Oliver Stück, den Gründer:innen von SACLÀB, über Preisbildung im Luxussegment, künstliche Verknappung und den wachsenden Markt für Secondhand-Designertaschen. Gemeinsam diskutieren sie, wie aus Mode ein Investment werden kann – und welche psychologischen, datengetriebenen und kulturellen Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Alexandra und Jan-Oliver erklären, warum Hermès-Modelle wie die Birkin oder Kelly auf dem Zweitmarkt teurer gehandelt werden als im Store, wie Chanel mit limitierter Verfügbarkeit Begehrlichkeit erzeugt und wie sich Trends, Farben und Zustände auf den Wiederverkaufswert auswirken. Sie zeigen, wie SACLÀB Authentifizierung, Datenanalyse und Marktbeobachtung kombiniert, um faire und stabile Preise in einem volatilen Luxusumfeld zu gestalten – und was das über die Zukunft von Wert, Besitz und Nachfrage verrät.
Über die Gäste:
Alexandra Stück ist Mitgründerin von SACLÀB und verantwortet die kreative Ausrichtung und Markenentwicklung des Unternehmens. Sie kommt aus der Design- und Trendforschung und prägt das Erscheinungsbild, die Ästhetik und den Markenauftritt der Plattform. Jan-Oliver Stück ist Mitgründer und CEO von SACLÀB. Er verfügt über langjährige Erfahrung im internationalen Handel mit Luxusgütern und hat das datenbasierte Pricing- und Authentifizierungsmodell des Unternehmens maßgeblich aufgebaut. Gemeinsam führen sie SACLÀB von München und Amsterdam aus und gehören zu den prägenden Stimmen im europäischen Luxus-Resale.
Transkript
Alexandra StückIch finde das eigentlich immer wieder total beeindruckend, wie sich das bei den Hermès, also den den Klassikern, der Kelly und der Birkin, eigentlich entwickelt hat. Also, in 2020 haben wir die im Durchschnitt noch für ungefähr 9.000 € verkauft und in 2023 für durchschnittlich 18.000 €. Also, das hat sich in dem Zeitraum verdoppelt und das sieht man eigentlich so bei keinem anderen Brand erstmal.
Sebastian VoigtHerzlich willkommen zum Pricing Friends Podcast mit Sebastian Voigt. Hallo und herzlich willkommen, liebe Pricing Friends. Schön, dass ihr wieder da seid. Heute wollen wir über ein Thema sprechen, das wir schon so ein bisschen hier behandelt haben. Wir haben schon mal über Luxusuhren und Pricing gesprochen. Wir haben schon mal mit Timeless über tokenisierte Luxusprodukte gesprochen, wo man sich teilweise Ownership beschaffen kann, und heute wollen wir normal über Luxusprodukte sprechen, speziell über Designertaschen. Und ich habe das Glück, heute mit Alexandra und Jan-Oliver Stück zu sprechen. Die beiden haben SACLÀB gegründet, eine Plattform für Secondhand-Designertaschen, wobei ich finde, Secondhand klingt überhaupt nicht nach Luxus, ist es aber. Ich freue mich, dass ihr dabei seid, und werde sie natürlich ausfragen, wie sie an ihre Produkte kommen, was das Ganze kostet, wo die Marge herkommt und wo man vielleicht auch die nächste Birkin Bag gut schießen kann. Insofern, Alex und Olli, schön, dass ihr da seid!
Jan-Oliver StückHallo, vielen Dank!
Alexandra StückHallo!
Sebastian VoigtErzählt doch mal: Wie kommt man dazu, eine Plattform für Designertaschen zu gründen?
Alexandra StückDadurch, dass wir ein Gründerduo sind, ist die Geschichte auf jeden Fall ein bisschen länger. Genau, also mein Hintergrund eigentlich gar nicht erstmal in dem Sinne mit Handtaschen-Trading sozusagen zu tun hatte. Ich komme eigentlich ursprünglich aus der Designwelt und habe Design auch studiert, habe lange als Textil-, Interior- Designer und auch Trend Forecaster gearbeitet, habe mich sehr mit Markenästhetik und Markenaufbau, aber auch immer wieder auseinandergesetzt. Und letzten Endes hat mich eigentlich, ja, 2015, 2016 Olli angesprochen, ob wir da nicht ob wir nicht zusammen gründen wollen und so eine Plattform kreieren wollen. Genau, du kannst ja vielleicht mal ein bisschen davon erzählen, wie du darauf gekommen bist.
Jan-Oliver StückJa, ich habe schon länger davor mit Handtaschen so als Einzelhändler quasi an- und verkauft, teilweise über verschiedene Länder hinweg, teilweise in Frankreich eingekauft und in Deutschland verkauft oder damals noch in UK eingekauft und hier verkauft. Und Alex, tatsächlich war es ein bisschen später als 2015, 2016, es war 2017, dass ich dich gefragt habe und 2018 haben wir dann SACLÀB gegründet, das war Ende 2017, dass wir die Idee hatten. Und in dem Fall war es sogar tatsächlich noch so, dass wir am Anfang dachten, wir arbeiten alte Secondhand-Schätze neu auf. Deswegen war auch der Name SACLÀB, Tasche und Labor, das war so ein bisschen die Idee damals. Das haben wir auch ein bisschen probiert, wir haben sie teilweise auch probiert zu gestalten 2018. Wir hatten dort sehr hochwertige Leute, die auf Leder drucken konnten oder teilweise Künstler, die das verziert haben. Das hat sich aber nicht so gut verkauft im Markt, muss man da ehrlicherweise sagen. Und wir haben dann gewechselt in das Geschäft, dass wir die Taschen quasi ankaufen und einfach wieder verkaufen und dass wir eine Möglichkeit bieten, wie Leute ihre Luxushandtaschen auf den Markt bringen können oder auch kaufen können in einem sehr seriösen Rahmen. Wir wollten weggehen von Sachen wie eBay, das gab es dort sehr häufig, Kleinanzeigen, und dort gab es viele Betrugsfälle, teilweise halt nicht abgesicherte Käufe, viele Fakes auf dem Markt, und wir wollten dem etwas entgegensetzen, indem wir alle Taschen direkt zu uns holen, sie erst authentifizieren und die Qualität begutachten und dann zu einem gewissen Preis auf die Webseite stellen. Es gibt nämlich bei Privatkunden auch immer die Sache, dass die einen sagen, der Artikel ist im sehr guten Zustand, das findet aber jemand anders nicht. Das heißt, wir müssten irgendwie eine Art haben, das zu bemessen, wie das immer eine Konstante hat.
Sebastian VoigtGibt es da so was wie Mint, Used, keine Ahnung, Gammlig oder so was, so eine internationale
Automatisch erstellt, kleine Fehler sind möglich.