
Skigebiete und Dynamic Pricing mit Philipp Falkner: Was darf ein Skipass kosten – und wer bestimmt den Preis?
Philipp Falkner ist Prokurist der Bergbahnen Sölden – einem der größten und innovativsten Skigebiete Österreichs. In dieser Folge spricht er mit Dr. Sebastian Voigt über die Frage, was ein Skipass wirklich kosten darf – und wie sich Preise entlang von Wetter, Nachfrage und Buchungszeitpunkt sinnvoll steuern lassen.
Die beiden diskutieren, warum Frühbucherpreise mehr Planungssicherheit schaffen, wie mit Hilfe von Smart Pricer ein dynamisches Modell aufgesetzt wurde und weshalb es ein Fehler ist, im Frühjahr mit Rabatten zu locken. Philipp beschreibt, wie Webshopdaten, Hotelbuchungen und Tourismusverband helfen, Auslastungen frühzeitig zu planen und wie die Verbindung von Skipass, Therme und Frühstück im Hotel zum echten Preismodell wird.
Ein zentrales Thema: die Steuerung der Nachfrage. „Wenn wir wenig Nachfrage haben, treibt der Preis nicht so schnell. Wenn wir viel Nachfrage haben, wie zu Weihnachten oder Ostern, steigt er deutlich schneller – das bringt uns Planungssicherheit“, sagt Philipp Falkner.
Über den Gast:
Philipp Falkner ist Prokurist der Bergbahnen Sölden und Teil der dritten Generation im Familienunternehmen. Er hat Bauingenieurwesen studiert und war vor seinem Wechsel in den Tourismus als Bauleiter tätig. Seit fast fünf Jahren verantwortet er in Sölden die strategische und kaufmännische Steuerung – von Investitionen über Events bis hin zum Dynamic Pricing.
Transkript
Philipp FalknerWenn wir wenig Nachfrage haben, treibt der Preis nicht so schnell. Wenn wir viel Nachfrage haben, wie z.B. Weihnachten, Ostern und so weiter, dann steigt er durch die Nachfrage relativ schnell an. Und dann gibt es auch noch die Zeitachse. Bis zu fünf Tage vorher ist der Preis immer an der Onlinekassa, heiß ich es jetzt oder im Webshop, billiger, als wie eben an der schlussendlichen Kassa. Warum machen wir das? Um einfach dort ein bisschen eine Planungssicherheit und auch Kapazitätsauslastungen steuern zu können.
Sebastian VoigtHerzlich willkommen zum Pricing Friends Podcast mit Sebastian Voigt. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Pricing Friends und heute haben wir ein Thema, auf das ich mich wirklich Monate gefreut habe und dementsprechend mich auch über meinen heutigen Gast freue. Wir wollen nämlich über Pricing von Bergbahnen und Skigebieten sprechen. Und nicht nur Pricing, sondern auch Dynamic Pricing. Ich finde es super spannend. Ich habe das Gefühl, medial kommt das Thema ein bisschen schlecht weg und genau über diesen Zwiespalt wollen wir heute einmal reden, denn fast alles, was irgendwie Hospitality ist, Hotels, Flüge, ist schon dynamisch. Bei Skigebieten ist das Ganze noch im Aufbau und dementsprechend wollen wir heute mal darüber reden, wie denn Wetter, Saisonalität, Nachfrage sozusagen beeinflussen die Zahlungsbereitschaft. Mein Gast heute ist Philipp Falkner. Philipp ist Prokurist der Bergbahnen in Sölden und einem der Vorreiter für Dynamic Pricing in Österreich. Hallo Philipp, schön, dass du da bist.
Philipp FalknerHallo, es freut mich sehr, dass ich heute bei euch zu Gast sein darf und meine Einblicke in diese Branche, für mich die schönste Branche, geben darf.
Sebastian VoigtDa sind wir auf jeden Fall schon mal einer Meinung. Wir nehmen hier in der zweiten Märzhälfte auf. Wie ist und wie war bisher die Skisaison bei euch?
Philipp FalknerDie Saison war bisher natürlich sehr, sehr gut. Heute traumhaftes Wetter. Es soll auch die ganze Woche so weitergehen. Somit steht es bei uns einfach zurzeit sehr, sehr gut. Und wir hoffen auch, dass wir das Saisonfinale auch noch gleich gut beenden können.
Sebastian VoigtErzähl doch mal ganz kurz, ich glaube, bei dir ist es ja familiär bedingt, aber wie bist du zu den Bergbahnen in Sölden gekommen?
Philipp FalknerAlso, es ist nicht familiär bedingt, das ist vielleicht nur die Frage oder der Name, der Nachname. Also, ich bin zwar die dritte Generation im Unternehmen, bin die junge Generation somit und darf das Unternehmen dann in die Zukunft führen. Der Nachname von der zweiten Generation, Jakob Falkner, und von mir als Philipp Falkner, dritte Generation, ist derselbe, aber sind nicht verwandt. Er hat keine Kinder. Und somit sagen wir immer, der Firmenvater, und ich darf es dann weiterführen.
Sebastian VoigtAh, sehr gut. Aber warst du schon immer in Sölden bei den bei den Bergbahnen unterwegs oder was hast du gemacht, bevor du Prokurist wurdest?
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