Pricing Friendsby hy, zur StartseiteGespräch mit hy

Folge #061 · 20.02.2025 · 40 Min.

Impact und Pricing mit Ulrike Hinrichs: Wo liegt im Beteiligungskapital die Balance zwischen Rendite und Verantwortung?

Beteiligungskapital ist für viele Unternehmen Wachstumstreiber. Doch welche Rolle spielt es wirklich für Märkte, Wettbewerb und Preisbildung? In dieser Folge spricht Dr. Sebastian Voigt mit Ulrike Hinrichs, Vorstandssprecherin des BVK, über die Mechanismen hinter Unternehmensbeteiligungen, den Wandel im Investitionsklima und die Bedeutung von Pricing in Transaktionen. Was macht ein Unternehmen für Investoren attraktiv? Welche Faktoren bestimmen den Einstiegspreis? Und welche langfristigen Auswirkungen hat Beteiligungskapital auf Wettbewerb und Investitionsentscheidungen?


Neben klassischen Renditezielen gewinnt Impact Investing immer mehr an Bedeutung. „Wir merken, dass nahezu alle Fonds mittlerweile auch in den Impact-Bereich gehen“, sagt Ulrike Hinrichs. Doch der Markt steckt in einer Krise: Investitionen sind stark zurückgegangen, und Deutschland hat ein Exit-Problem – erfolgreiche Börsengänge bleiben selten, viele Unternehmen weichen in die USA aus. Welche politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen können das ändern? Und warum gelten Beteiligungsfonds hierzulande oft noch als Fremdkörper im Markt?


Über den Gast: 

Ulrike Hinrichs ist Vorstandssprecherin des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) und seit 2011 geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Zuvor war sie Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie Büroleiterin der Staatsministerin im Auswärtigen Amt. Ihre Karriere begann sie als Journalistin bei ARD und ZDF. Neben ihrer Arbeit im BVK engagiert sie sich als Beiratsmitglied bei KfW Capital und dem Verband Deutscher Bürgschaftsbanken.

Transkript

Ulrike HinrichsWir haben einfach ein Exit-Problem. Es werden ja auch viele Dinge versucht, auch politisch zu unterstützen, um diese Exits nach vorne zu bringen. Wir haben auch, vergleichbar sogar in Europa mit Skandinavien, keine funktionierende Börse. Also, wenn wir in Deutschland Börsengänge sehen, wir vielleicht drei oder vier von jüngeren Unternehmen, die meisten im Übrigen dann sowieso in USA. Also, das Exit-Klima ist bei uns, verglichen mit anderen europäischen Ländern, eher schwierig.

SprecherinHerzlich willkommen zum Pricing Friends Podcast mit Sebastian Voigt.

Sebastian VoigtHallo und herzlich willkommen, liebe Pricing Friends! Schön, dass ihr wieder da seid. Heute wollen wir über das Thema Private Equity und Pricing sprechen. Das mag nicht neu sein, denn in der Vergangenheit haben wir schon häufiger über die Kombination von Pricing und PE oder auch Venture Capital gesprochen mit entsprechenden Private-Equity- oder Venture-Capital-Investoren. Heute habe ich die oberste Schirmherrin der Branche hier zu Gast, nämlich Ulrike Hinrichs. Sie ist Vorstandsvorsitzende des BVK, das ist der Bundesverband Beteiligungskapital. Hallo, Ulrike!

Ulrike HinrichsJa, hallo! Es freut mich, dass ich da sein kann.

Sebastian VoigtUlrike, erzähl uns doch mal vielleicht als erstes, was ihr eigentlich beim BVK macht und wie du dahin gekommen bist, damit die Hörenden dich etwas kennenlernen können.

Ulrike HinrichsJa, ich sag immer, ich habe so drei Leben. Das erste Leben war mit Studium und also ich habe Chemie studiert, Germanistik, verbunden und bin dann in den Journalismus gegangen. War also lange bei den Öffentlich-Rechtlichen, dort habe ich auch volontiert, also erst in der ARD und dann im ZDF. Habe in den investigativen politischen Magazinen gearbeitet, Frontal sagt vielleicht allen etwas.

Sebastian VoigtMhm.

Ulrike HinrichsUnd dann bin ich 2005, ist auch schon ein bisschen her, in die Bundesregierung gewechselt und war dann Kommunikationschefin eines Bundesministers, damals Horst Seehofer. Und nach dieser Zeit, das war bevor er dann Ministerpräsident in Bayern wurde, da bin ich nicht mit hingegangen, sondern auch wegen der Familie in Berlin geblieben, bin ich dann sozusagen noch mal wieder auf eine andere Seite gewechselt, nämlich zum BVK. Und damals war die Branche noch nicht so richtig erwachsen, würde ich fast sagen. Es gab den Verband schon lange, aber z. B. war die Branche ganz unreguliert. Also das, was wir heute haben, womit wir uns heute beschäftigen, mit Gesetzgebungsverfahren, Aufsichtsrecht, wie werden Fonds strukturiert, damit sie eben auch bei der BaFin bei der Registrierung durchkommen und so weiter, das war alles dann in meiner Zeit. Und ich kann mich dran erinnern, im ersten Jahr hatten wir im Kontext dieser ganzen politischen Entwicklungen, da hieß es ja nach der Finanzkrise, keine Branche soll unreguliert sein im Finanzmarkt, kriegten wir dann ein 400-Seiten-Gesetz und das mussten wir begleiten. Und das war der Einstieg. Und jetzt ist das genau 14 Jahre her und ich glaube, es hat sich viel verändert. Wir kamen dann ja auch noch aus der Heuschreckendebatte für die

Automatisch erstellt, kleine Fehler sind möglich.