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Folge #055 · 09.01.2025 · 56 Min.

Business Travel und Pricing mit Michael Riegel: Wie revolutionieren digitale Plattformen den Geschäftsreisemarkt ?

In dieser Folge spricht Dr. Sebastian Voigt mit Michael Riegel, CEO EMEA bei Navan, über die digitale Revolution im Geschäftsreisemarkt und die damit verbundenen Preisgestaltungsstrategien. Michael erklärt, wie Plattformen wie Navan Geschäftsreisen effizienter und flexibler machen, indem sie Buchung, Spesenmanagement und Firmenkreditkarten in einer Lösung vereinen.


Besonders spannend wird es, als Michael auf den Aufschwung des Geschäftsreisemarkts nach der Pandemie eingeht. „Es geht nicht ohne die menschliche Verbindung. Das ist der unterliegende Treiber, warum Geschäftsreisen nach der Pandemie so stark zurückgekommen sind“, erklärt er und zeigt damit, dass trotz digitaler Tools die persönliche Interaktion immer noch ein entscheidender Faktor bleibt.


Michael spricht auch über die Nutzung von NDC (New Distribution Capability), die Unternehmen dabei hilft, Kosten zu optimieren und die Effizienz ihrer Reisen zu steigern. Dabei erklärt er, warum der Markt heute größer ist als je zuvor und wie komplexe Preisstrukturen, einschließlich Kommissionen und Mischkalkulationen, dabei eine Rolle spielen.

Zum Schluss geht es um das Thema Nachhaltigkeit, das immer mehr an Bedeutung gewinnt, und wie Navan den CO2-Fußabdruck von Geschäftsreisen im Blick behält. Michael erklärt, wie Unternehmen durch digitale Lösungen nicht nur Kosten sparen, sondern auch einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Geschäftsreisegestaltung leisten können.


Über den Gast:

Michael Riegel ist seit 2023 CEO EMEA bei Navan, wo er für die Expansion und das P&L-Management in Europa, dem Nahen Osten und Afrika verantwortlich ist. Zuvor war er Mitgründer und CEO von Comtravo, einem Travel-Management-Unternehmen, das 2022 von Navan übernommen wurde. Michael hat einen Bachelor in Business Administration von der WHU – Otto Beisheim School of Management und einen Master in International Management von der London School of Economics.



Transkript

Michael RiegelAlso für alle, die aus dem Softwarebereich kommen, ist das eigentlich ein typisches Consumption-based Modell. Das heißt, wir haben eigentlich sehr wenig Also es gibt teilweise Implementation Fees und teilweise gibt's auch eine Grundgebühr, aber das ist eher eine Enterprise-Thematik. Grundsätzlich ist es so, dass die Monetarisierung pro Buchung passiert. Das heißt, wir verlangen eine gewisse pro Buchungsgebühr, sei es, weiß nicht, 20 €, 20 $. Also hängt quasi vom Volumen und der Größe der Firma ab und auch was gebucht wird. Ich glaube, der andere Weg, wie alle Geschäftsreiselösungen zusätzlich monetarisieren, ist auf der Supplierseite. Das heißt, zu einem gewissen Grad gibt es quasi Kommissionen, sei es von den Hotels, von den Fluggesellschaften etc. Das sind so die zwei Wege, wie quasi monetarisiert wird.

Sebastian VoigtHerzlich willkommen zum Pricing Friends Podcast mit Sebastian Voigt. Hallo und herzlich willkommen, liebe Pricing Friends, zu unserer zweiten Folge 2025. Schön, dass ihr wieder dabei seid, in ein neues Pricing-Jahr zu starten. Und wir fangen heute, oder wir reden heute über das Thema Geschäftsreisen und Pricing. Im Jahr 2024 war das Jahr mit dem höchsten Geschäftsreisevolumen aller Zeiten. Mitte des Jahres hatte die GBTA, die Global Business Travel Association, das globale Volumen auf 1,36 Billionen Euro für berufliche Mobilität geschätzt. Das ist also mehr als vor Corona. Sehr sehr spannend. Und auch in den nächsten Jahren wird erwartet, dass diese Zahl jedes Jahr um etwa 7 % steigt. Deswegen gute Aussichten für alle, die sich mit Geschäftsreisen auseinandersetzen, und damit auch für Navan, deren CEO für den EMEA-Bereich Michael Riegel wir hier heute zu Gast haben. Insofern, hallo Michael, schön, dass du da bist!

Michael RiegelHallo Sebastian, freut mich hier zu sein.

Sebastian VoigtErzähl doch mal ganz kurz. Du bist ja schon länger im Geschäftsreiseumfeld unterwegs. Wie dich das Thema gecatcht hat und wie deine Wege waren bis zu Navan?

Michael RiegelJa klar, sehr gerne. Genau, also ich komme ursprünglich aus dem Tech-Bereich, das heißt, ich habe eigentlich schon immer im Tech-Bereich gearbeitet. Ich hatte vor inzwischen knapp 10 Jahren Comtravo gegründet. Eigentlich tatsächlich sehr vergleichbar mit Navan. Das heißt, eine Online-Plattform zum Buchen von Geschäftsreisen mit Mittelständlern und auch kleineren und größeren Firmen, die das quasi nutzen können. Wie ich ursprünglich auf das Thema gekommen bin, war tatsächlich lustigerweise ein bisschen eine andere Angle. Das war vor 10 Jahren war diese Welle der textbasierten Buchungen. Also da gab es ja verschiedene Produkte in allen möglichen Bereichen, wo man einfach eine Textnachricht irgendwohin geschickt hat und die dann gebucht hat. Und das gab's für sehr generische Bereiche. Und wir haben gedacht, hey, das ist ja auch das Verhalten, was viele Mitarbeiter quasi nutzen, indem sie einer anderen Person schreiben: "Hey, kannst du mir das mal eben buchen?", ja. Und das haben wir damals schon mit NLP und und verschiedenen Technologien quasi angefangen aufzusetzen. Und daraus ist am Ende eine komplette Plattform entstanden, wo wir gesagt haben: "Hey, wir haben nicht nur diesen textbasierten Kanal, über den ich buchen kann, sondern ich habe ein Online-Tool, ich habe eine App, ich habe am Ende ein komplettes Ökosystem, über den ich die Geschäftsreisen quasi buchen und auch abwickeln und abrechnen kann."

Sebastian VoigtDas heißt, buche ich falsch, weil ich gucke ja auch immer: Ah, mein Meeting ist um 11:00 Uhr in, keine Ahnung, München, kann ich noch den Zug morgen nehmen? Nehme ich den Flug lieber? Welchen gibt's denn, 7:00 Uhr, 8:00 Uhr? Und dann sage ich meistens einer Kollegin oder einem Kollegen: "Kannst du das bitte für mich buchen, so dass ich noch ausreichend Puffer habe, falls irgendwie eine halbe Stunde Verspätung ist?" Kann ich bei Navan einfach sagen: "Buch mir buch mir einen Flug und ich will eine Stunde vor 11:00 Uhr da sein?"

Michael RiegelGenau. Also, kannst du machen. Im Prinzip ist aber so Also quasi ich würde dich eher fragen, so: Warum, wenn du sowieso schon rausgesucht hast, warum klickst du nicht selber einfach den Buchen-Knopf, wenn das Tool entsprechend das einfach hergibt? Dann geht das auch gleich in die Abrechnung und Das heißt, eigentlich gibt's keinen Grund, das dann noch mal im Prinzip weiterzuleiten. Ich glaube, das wo dieses textbasierte Buchen Sinn macht, ist insbesondere auch bei komplexeren Reisen. Wenn du jetzt sagst: "Okay, ich gehe jetzt auf meine längere USA-Reise und habe verschiedene Flüge etc.", dass dir das dann jemand zusammenstellt, ist, glaube ich, durchaus sinnvoll. Für die einfachen Sachen, du reist jetzt morgen nach München und und so weiter, ist das schnellste und effizienteste tatsächlich in dem Fall über unsere App oder auch was auch immer du nutzt oder oder das Tool im Prinzip zu gehen und dann tatsächlich zu buchen.

Sebastian VoigtEs ist super ineffizient, merke ich jetzt schon, wie ich das mache. Auf bahn.de zu gucken, dann irgendwie bei Google Flüge und mich dann in Navan einzuloggen, um es dann zu buchen. Also eigentlich Quatsch wahrscheinlich.

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