Pricing Friendsby hy, zur StartseiteGespräch mit hy

Folge #047 · 07.11.2024 · 54 Min.

ÖPNV und Pricing mit Robert Henrich: Wie beeinflussen Preise unsere Mobilität und welche Strategien prägen die Zukunft?

In dieser Folge spricht Dr. Sebastian Voigt mit Robert Henrich, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn AG, über die Herausforderungen der Mobilitätswende und den Preis von Mobilität. Gemeinsam beleuchten sie den ÖPNV als die kostengünstigste Mobilitätsoption und erklären, wie sich die Preise im ÖPNV zusammensetzen, warum sie oft politisch bestimmt und subventioniert werden müssen, und wie sie sich von anderen Mobilitätsanbietern unterscheiden.


Robert gibt Einblicke in seinen Werdegang, von den ersten RFID-Chips im Führerschein bis zu den großen Carsharing-Anbietern wie car2go und Pooling-Lösungen wie Moja. Er thematisiert das Deutschlandticket, das für viele Nutzer eine Preissenkung darstellt, und beschreibt, wie die Angebotsqualität entscheidend für den zukünftigen Erfolg des ÖPNV sein wird. Sie diskutieren, warum Dynamic Pricing im ÖPNV bislang selten zum Einsatz kommt und welche Chancen autonomes Fahren für die Preisgestaltung bietet. Mit einem Augenzwinkern fragt Sebastian Robert, wann wir in Hamburg autonomes Fahren erwarten können. Robert teilt daraufhin seine Strategien zur Taktverdichtung und beleuchtet die aktuellen technischen Herausforderungen, die es im Nahverkehr im Zusammenhang mit autonomem Fahren zu überwinden gilt.

Wer mehr über die Zukunft des öffentlichen Verkehrs und innovative Ansätze zur Preisgestaltung erfahren möchte, sollte unbedingt reinhören!


Über den Gast: 

Robert Henrich ist seit Januar 2024 Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn AG. Zuvor leitete er als CEO von MOIA Europas größtes vollelektrisches Ridepooling und prägte die Mobilitätsbranche als Gründungs-COO von MOIA sowie als CEO von car2go, wo er das free-floating Carsharing-Modell einführte. Er war zudem Geschäftsführer der moovel Group und Berater für Zukunftsmobilität. Seine Karriere begann er bei der Daimler AG. Mit seinem tiefen Wissen über die Vernetzung von Technologie und Mobilität treibt er die Zukunft des ÖPNV voran und setzt sich für eine nachhaltige, zugängliche und effiziente Mobilitätswende ein.

Transkript

Robert HenrichWenn dann irgendwann es mal so sein sollte, dass man fahrerlose Fahrzeuge hat, dann ist das nicht nur günstiger, sondern eben auch viel flexibler einsetzbar, das Fahrzeug. Man ja im Prinzip dann 24 x 7 damit fahren, wie ich möchte, abgesehen von Ladepausen. Und Modellrechnungen sagen, dass dann der Preis deutlich, deutlich noch mal sinkt und das heißt umgekehrt wieder, dass man einen noch viel, viel besseren Nahverkehr anbieten kann, auch Lücken noch besser erschließen kann, auch ländlichere Räume noch besser erschließen kann und dadurch glaube ich die Mobilitätswende noch mal ganz stark voranbringen.

SprecherinHerzlich willkommen zum Pricing Friends Podcast mit Sebastian Voigt.

Sebastian VoigtHallo und herzlich willkommen, liebe Pricing Friends, zu einer neuen Folge unseres kleinen Podcasts. Und heute haben wir einen ganz tollen Gast und wir wollen über die Zukunft der Mobilität sprechen mit einem starken Fokus auf allem, was innerstädtisch ist. Und wir sprechen mit Robert Henrich, dem Chairman of the Board der Hamburger Hochbahn AG. Hallo Robert.

Robert HenrichHallo Sebastian. Schön, bei dir zu sein.

Sebastian VoigtErzähl uns doch mal, wie wird man Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn? Welchen Werdegang muss man dafür mitbringen?

Robert HenrichAlso, bei mir war es ein Werdegang kreuz und quer durch verschiedene Mobilitätsservices, die wir im Laufe der Jahre aufgebaut haben. Ich war vor der Hamburger Hochbahn Geschäftsführer von MOIA, hab das hier in Hamburg aufgebaut. Das ist ein Ride-Sharing-Service und davor, ja, war ich Geschäftsführer von verschiedenen Start-ups und Tochterunternehmen der Automobilindustrie meistens. Wir haben Mobilitätsplattformen gebaut, wir haben Carsharing-Geschäft aufgebaut, wir haben M&A-Geschäft gemacht. Also, ich hab wirklich Mobilität aus ganz unterschiedlichen Perspektiven betrachtet über viele Jahre im In- und Ausland und hab auch den ein oder anderen neuen Service mit aufgebaut und bin dann relativ spät, und das ist vielleicht untypisch, in ein öffentliches Unternehmen gewechselt, nämlich Anfang diesen Jahres, zum fantastischen, wunderbaren Unternehmen Hamburger Hochbahn AG.

Sebastian VoigtAber du bist doch Hamburger?

Robert HenrichIch komme ursprünglich aus Schleswig-Holstein, aber beruflich hat es mich natürlich dann auch so ein bisschen auf Reisen geschickt. Hab auch zehn Jahre in Stuttgart gelebt. Ich hab vorher fünf Jahre in Berlin gelebt. Ich war relativ viel im Ausland. Ich bin letztlich mit meiner Familie, ich hab noch drei Kinder, war bin verheiratet, bin mit der Familie letztlich dann 2017 nach Hamburg gekommen, wie gesagt, um damals MOIA aufzubauen. Ich war hier der erste Mitarbeiter von MOIA in Hamburg.

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