
Quantencomputer und Pricing mit Thomas Andrae: Wie kann Quantencomputing die Preisgestaltung revolutionieren?
In den letzten Jahren hat sich die Diskussion rund um das Thema “Künstliche Intelligenz” intensiviert. Doch was steckt eigentlich hinter diesen neuen großen Veränderungen? Manche würden sagen: Serverfarmen und Computer. In unserer aktuellen Podcastfolge haben wir jemanden zu Gast, der genau weiß, wovon er spricht – Quanten- und Photonencomputer sind das neue “Nice-to-have” auf dem Markt.
Unser Host Dr. Sebastian Voigt spricht mit niemand geringerem als Thomas Andrae. Der Gründer, Vorstand und ehemalige Unternehmensberater steckt tief in der Forschung und Entwicklung von Quanten- und Photonencomputern. Er hat sich das Programmieren selbst beigebracht und möchte mit “Advanced Mathematics” einen Unterschied in der Wirtschaft erzielen. Thomas und Sebastian diskutieren, wie Algorithmen die Wirtschaft beeinflussen können und welche deutschen Unternehmen bereits auf diesem Gebiet Fuß gefasst haben. Dabei erklärt Thomas den Unterschied zwischen lichtbasierten Prozessoren (Photonencomputer) und Quantencomputern. Er beleuchtet dabei den immensen Stromverbrauch sowie die Entwicklungskosten und erklärt uns, warum er der Meinung ist, dass aktuell zu viel Geld in die falschen Innovationen gesteckt wird. Unter dem Motto “Ich will Baby Yoda sein”, sprechen die beiden darüber, wie die Umsetzung von Monetarisierung Rechenleistung aussehen könnte, damit jedes Individuum den Nutzen aus Quantencomputern ziehen kann.
Wer erfahren möchte, wie es hinter den Kulissen unserer Server, Computer und Technologien aussieht, sollte diese Folge nicht verpassen.
Über den Gast:
Thomas Andrae ist Gründer und Managing Partner bei Linden Capital, Mitbegründer von Cobrainer und Vorstandsmitglied bei Merantix. Er verfügt über umfassende Erfahrung in den Bereichen Quantencomputing, Künstliche Intelligenz, Blockchain und fortgeschrittene Mobilitätslösungen. Zudem gründete er ein eigenes Unternehmen im Bereich der Optimierung von Lieferketten-Software, das er nach sieben Jahren erfolgreich an ein Fortune 500-Unternehmen verkaufte. Zuvor war er Director bei PwC und ist studierter Diplom Ingenieur im Fachbereich Technische Informatik. Ihr habt Fragen an Thomas oder wollt noch mehr rund um Quanten- und Photonencomputer erfahren?
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Transkript
Thomas AndraeMan muss sich das so vorstellen, ein GPT-4-System bezieht im Moment ungefähr 17 Billionen Parameter in jeder Anfrage ein und bindet einen 16-Prozessor-Array von Nvidia für eine halbe Sekunde ungefähr, bis wir Menschen dann die Antwort bekommen. Die anteiligen Kosten für die Compute-Infrastruktur, für die Netzwerkinfrastruktur und den Strom reden wir irgendwas um die 30 US-Cent. Das ist eine ganze Menge.
Sebastian VoigtHerzlich willkommen, liebe Pricing Friends, zu einer neuen Episode eures Lieblings-Pricing-Podcasts. Und heute geht's um Rechenpower. Ich möchte mit meinem Gast Thomas Andrae, den ich auch gleich vorstellen werde, darüber reden, dass Pricing natürlich auch immer rechenintensiver wird. Nicht nur unsere Excel-Listen stürzen ab, unser Power BI braucht Minuten, um Dinge zu lösen und das Ganze wird ja auch nicht besser. Die Datenmengen, die wir alle verarbeiten, um große Entscheidungen und auch Pricing-Entscheidungen zu treffen, werden immer mehr und da muss natürlich auch die die andere Seite liefern. Und ich spreche heute mit jemandem, der sehr tief verwurzelt ist in der deutschen und internationalen Industrie und Industry Tech-Szene und wir wollen heute reden über Photonencomputer, über Quantencomputer und wie wir die Rechenleistung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten deutlich nach oben schrauben. Thomas Andrae, schön, dass du da bist.
Thomas AndraeVielen Dank für die Einladung.
Sebastian VoigtErzähl doch mal für die, die dich nicht kennen, wie du in dieses Thema, was ich gerade schon beschrieben habe, reingekommen bist in den letzten Jahren.
Thomas AndraeJa, ich fange sogar ganz vorne an. Mein Onkel war einer der ersten Mitarbeiter bei Nixdorf Computer, die erste, kann man sagen, glaube ich, deutsche Computerfirma. Und er hat mich sehr früh, da war ich so 12, 13, 14 Jahre alt, in das Thema mit reingenommen. Das war eine Zeit, wo eine Festplatte mit 10 MB 18 kg wog, 12 Zoll groß war und 6 Zoll hoch war, also groß, und die habe ich dann immer so getragen, wenn er irgendwelche Themen damit gemacht hat. Das war für mich der der Beginn der Korrelation meines Lebenspfades mit Computern. Ich habe dann selber angefangen zu programmieren mit 14, mir das selber beigebracht, habe dann mit 16 auch Hardware gebaut, hatte in Berlin tatsächlich durch eine private Verbindung die Möglichkeit für einen Optiker, der ein recht großes Geschäft hatte, damals mit dBASE IV und mit MS-DOS sein System zu bauen, womit er seine Kunden verwalten konnte. Und darüber hatte ich dann mit 16 schon eine kleine Firma und bin so in das ganze Thema immer tiefer reingekommen. Habe dann auch noch in anderen Bereichen programmiert, habe erkannt, wie Algorithmen in der Wirtschaft einen Unterschied machen können, und das ist ein Thema, was sich tatsächlich bis zum heutigen Tage durch den Ansatz und die Philosophie meines Unternehmens durchzieht: Wie kann man mit Advanced Mathematics in der Wirtschaft einen Unterschied machen?
Sebastian VoigtUnd da bist du seit vielen Jahren beratend tätig, bist in einigen Aufsichtsräten. Was sind deine Hauptthemen aktuell?
Thomas AndraeNun, was wir machen, ist primär Venture Capital im Early-Stage-Deep-Tech-Bereich. Das machen wir im Moment. Wir haben vor sieben, acht Jahren angefangen, im Bereich KI deutlich zu investieren, waren die ersten Investoren bei Merantix in Berlin zum Beispiel, haben auch viel in den USA, Kalifornien und US-Ostküste investiert in dem Kontext. Das Thema läuft im Moment extrem gut. Und unser nächstes großes Thema ist Deep Tech, stark getrieben aus Europa, machen aber auch viel in den USA. Da geht es um Themen wie konventionelles silicon-based Computing, da waren wir sehr früh engagiert bei Recogni aus San José und München. Wir sind im Moment sehr aktiv im Bereich Photonic Computing, also im Endeffekt lichtbasierte Prozessoren, die aus unserer Perspektive diese diesen relativ großen Spalt überbrücken, bis in 15 oder so Jahren in bestimmten spezifischen Anwendungen Quantencomputer sicherlich eine enorm starke Rolle spielen werden, aber eben auch nicht überall. Man muss sehr stark unterscheiden zwischen den Anwendungsfällen für diese verschiedenen Prozessoren und Architekturen. Das ist nicht mehr generalistisch wie früher, wo man eine CPU hatte. Heute hat man, und man kennt diese Begriffe, TPUs, GPUs. Der TPU-Begriff wurde von Google geprägt, die GPU von Nvidia, vom Jensen, der über die Ecke Spiele jetzt im Bereich AI-Compute eine prominente und dominierende Rolle eingenommen hat. Jetzt kommen aber die nächsten Generationen, da geht's um weniger Stromverbrauch, da geht's um andere Wege zu noch höherer Rechenleistung, weil Moore's Law langsam aber sicher gegen 'ne Linie konvergiert, weil die Technologie einfach ausgereizt ist und mit Leiterbahnbreiten von einem Nanometer langsam an eine Grenze stößt, wo man eben diese Verdoppelung jedes Jahr nicht mehr ohne weiteres erreichen kann.
Sebastian VoigtVielleicht gehen wir da mal nach und nach durch, weil es gibt sicherlich nicht nicht alle diese große Hardware-Experten sind und Chip-Experten. Also es gibt dieses Moore's
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