Pricing Friendsby hy, zur StartseiteGespräch mit hy

Folge #036 · 29.08.2024 · 49 Min.

Uhren und Pricing mit Tim Stracke: Welche Faktoren beeinflussen den Wert von Luxusuhren?

In dieser Folge von "Pricing Friends" spricht Sebastian mit Tim Stracke, dem Mitgründer und Chairman of the Board von Chrono24, über die Welt der Luxusuhren. Tim erklärt, welche Faktoren den Wert von Luxusuhren beeinflussen und wie Chrono24 zu einer globalen Online-Marktplattform für Luxusuhren wurde. „Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich hier drei meiner Leidenschaften zusammenbringen kann: Unternehmertum, Technik und Uhren,” sagt Tim und zeigt damit, wie entscheidend Leidenschaft für den wirtschaftlichen Erfolg sein kann. Er macht deutlich, dass Luxusuhren nicht nur Konsumgüter oder Accessoires sind, sondern durch ihren Werterhalt als vielversprechende Wertanlagen gelten.


Er und Sebastian tauschen sich über die aktuellen Preisentwicklungen auf dem Luxusuhrenmarkt aus, thematisieren die Rolle von Angebot und Nachfrage sowie die Bedeutung von Exklusivität. Sebastian erhält nicht nur ein Intro in die wertvollsten Uhrenmarken der Welt, sondern bekommt auch die beeindruckende Geschichte hinter dem bekanntesten Investor von Chrono24, Cristiano Ronaldo, erzählt. Tim teilt Einblicke in innovative Funktionen wie den Treuhandservice und den Chrono24 Watch Scanner und erklärt den Einsatz von künstlicher Intelligenz.


Ob ihr nun leidenschaftliche Uhrenliebhaber:innen seid, Designertaschen bevorzugt oder bislang keinen Bezug zu Luxuswaren hattet – diese Folge ist ein Muss für alle, die in die Welt der Uhren und Traditionen eintauchen und dabei neue Preisstrategien für das eigene Produkt entdecken möchten.


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Über den Gast: 

Tim Stracke ist Mitgründer und Chairman of the Board von Chrono24, der weltweit führenden Online-Marktplattform für Luxusuhren. Seit der Übernahme im Jahr 2010 hat Tim das Unternehmen zu einer globalen Plattform transformiert, die sichere Transaktionen und innovative Funktionen wie den Treuhandservice und den Chrono24 Watch Scanner bietet. Zuvor war er Venture Partner bei Target Partners und Gründer der Mentasys GmbH, einem führenden Anbieter von Preisvergleichsdiensten in Deutschland. Tim hat Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Karlsruhe studiert und einen MBA von der Golden Gate University in San Francisco.

Transkript

Tim StrackeAber man muss auch sagen, dass ich glaube, dass wir uns da mittlerweile in einer Größenordnung bewegen, wo das gar nicht mehr so ganz unkritisch ist. Weil man darf natürlich auch nicht sich mit einem Produkt aus dem Markt rauspreisen, dass man irgendwann so teuer wird, dass sich nur noch eine kleine Zielgruppe dieses Produkt leisten kann, der Nachwuchs nicht mehr nachrückt und dann vielleicht irgendwann der Markt für Uhren nicht mehr groß genug ist.

SprecherinHerzlich willkommen zum Pricing Friends Podcast mit Sebastian Voigt.

Sebastian VoigtHerzlich willkommen, liebe Pricing Friends. Wir starten in eine neue Woche, in eine neue Episode unseres Podcasts und wie immer habe ich auch heute wieder einen tollen Gast. Und heute werden wir über Uhren-Pricing gemeinsam reden. Ich halte Uhren, wenn ich auch nicht der absolute Experte bin, wie man gleich merken wird, für eine sehr spannende alternative Anlageklasse. Für mich vergleichbar mit Schmuck, Kunst, Oldtimer, Trading Cards, viele gibt's, glaube ich, in dem Bereich. Und großer Markt, aber auch lange Zeit mit wenig Transparenz. Und unser heutiger Gast ist Gründer des weltweit größten Uhrenmarktplatzes, Chrono24, und vermeintlich der der größte Uhrenkenner, den wir hier auftreiben können für für die Pricing Friends. Tim Stracke, schön, dass du hier bist!

Tim StrackeHallo Sebastian, freut mich auch. Vielen Dank für die Einladung.

Sebastian VoigtIch hoffe, ich habe das halbwegs richtig wiedergegeben. Wir kennen uns über Chrono24. Du hast die Firma vor einigen Jahren gegründet, um mal so zu untertreiben, warst lange CEO. Mittlerweile bist du Chairman of the Board seit Januar 2024. Erzähl uns doch mal über die spannende Gründungsgeschichte von Chrono, was euch damals dazu bewogen hat und wo ihr heute steht.

Tim StrackeJa, also ich bin in der glücklichen Situation, dass ich hier drei meiner Leidenschaften zusammenbringen kann. Die eine ist wirklich Unternehmertum, das war schon wahrscheinlich so ein bisschen in die Wiege gelegt. Meine beiden, also ich selbst komme aus dem Unternehmerhaushalt. Meine beiden Eltern kamen oder kommen aus dem Unternehmerhaushalt und insofern war das für mich schon immer auch der Wunsch, das selbst irgendwann auch mal zu versuchen. Und ich hatte schon immer eine unglaubliche Leidenschaft für Technik, die witzigerweise auch gerade bei insbesondere einem meiner drei Söhne wiedererkenne. Und ich habe mich schon immer für Mechanik und und bewegliche Dinge interessiert. Das war dann am Anfang viel Lego und ferngesteuerte Flugzeuge und Autos und ist dann irgendwann immer kleiner geworden und irgendwann passte das Ganze dann ans Handgelenk. Und so kam dann so diese Begeisterung für für mechanische Uhren. Und die Begeisterung kam bei mir auch wirklich durch die Mechanik und jetzt nicht nur durch die großen, schillernden Marken, die natürlich irgendwann auch ihren Reiz dann auf mich ausgeübt haben. Aber der ursprüngliche Kicker war bei mir wirklich diese Mechanik klein und fein am Handgelenk zu haben. Auch wenn es vielleicht mit einem Quarzwerk oder mit einer mit einem Smartphone heute alles viel, viel einfacher ist und sogar genauer. Und ich habe wahnsinnig viel Zeit damals auf einer anderen Plattform, auf einem sehr bunten Auktionshaus, verbracht und da immer nach Uhren gesucht und immer das Gefühl gehabt, das ist nicht der Weisheit letzter Schluss, das kann man besser machen. Und nachdem ich dann mein erstes Unternehmen, was nicht so erfolgreich war, was aber auch ein Marktplatzunternehmen war, was auch die die dritte meiner Leidenschaften war, Marktplätze, wofür ich mich auch immer für begeistern konnte, und das zweite Unternehmen war dann auch nicht so erfolgreich, wie ich mir das ursprünglich überlegt hatte und hab dann gesagt, hey, beim dritten Mal da will ich jetzt ein Thema angehen, wo mir der finanzielle Outcome am Ende gar nicht so wichtig ist, sondern ein Thema, was mir einfach wahnsinnig viel Spaß macht, wo ich mit coolen Leuten in einem coolen Büro an einem coolen Thema arbeiten kann. Und so sind wir halt auf das Uhrenthema gekommen und hatten halt die Meinung, das ist nicht in die Hände von eBay gehört und haben uns gesagt, das wollen wir aber wollen wir besser machen. Und ich glaube, wir haben es an vielen Stellen besser gemacht. Man muss aber auch sagen, auch eBay hat in den letzten 15 Jahren viele Dinge gut gemacht und wir sind weltweit die größte Plattform, aber sind nach wie vor auch dabei auf unsere Mitbewerber genau zu schauen, weil die auch ihre Dinge ganz gut machen.

Sebastian VoigtWas war die Hypothese damals? Also ich meine, bei eBay, wenn wir es noch mal beim Namen nennen, damals natürlich noch mehr über Auktionen als auch über Festpreise, verkaufe ich irgendwie meine gebrauchte Couch, 'ne Lampe, ein altes iPhone, aber eure Hypothese war, das ist jetzt nichts für für Luxusuhren im Mehrtasend-Euro-Bereich?

Tim StrackeJa, absolut. Also die die die These war war erstmal zum einen, dass das einfach von dem Angebot und und von der Marke nicht so richtig gut zueinander passt. Also wir haben gesagt, dass das ist eine so spezielle Kategorie, die so viel Leidenschaft mitbringt und da muss man seinen Kunden schon auch sehr, sehr spezifisch und individuell bedienen und Dinge tun, die einfach eine große allgemeine Plattform nicht tun kann. Und dann war noch die zweite These, dass wir generell damals geglaubt haben, dass sich diese großen allgemeinen Marktplätze in Nischenmarktplätze aufteilen werden. Und da muss man sagen, dass das nur zum Teil passiert ist. Also es haben sich einige Spezialmarktplätze sehr, sehr, sehr gut entwickelt im Immobilienbereich, im Autobereich, immer da, wo es wahrscheinlich nötig war, spezifische

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