Pricing Friendsby hy, zur StartseiteGespräch mit hy

Folge #034 · 15.08.2024 · 55 Min.

Pricing Tools mit Dr. Markus Husemann-Kopetzky: Wie entscheide ich mich für die richtige Pricingsoftware?

Ihr steht vor der Entscheidung, mit einer Pricing-Software zu arbeiten, um die neuesten Möglichkeiten mit KI nutzen zu können und wisst jedoch nicht, welche Software für Euer Business am besten geeignet ist? Dann solltet Ihr in unsere neue „Pricing Friends“-Folge reinhören! Sebastian hat Dr. Markus Husemann-Kopetzky zu Gast, einen führenden Experten auf dem Gebiet der Preisgestaltung. Gemeinsam gehen sie verschiedenen Pricing-Tools auf den Grund und diskutieren, welche Lösung für unterschiedliche Geschäftsmodelle am besten geeignet ist. Markus spricht offen über die häufigsten Fehler bei der Implementierung von Pricing-Tools und erklärt, wie Unternehmen diese vermeiden können, wie KI und Datenanalyse die Preisgestaltung revolutionieren und welche Pricing-Software am besten für Euer Business geeignet ist.


Um noch tiefere Einblicke zu bekommen, haben wir die Entwickler und Gründer der jeweiligen Lösungen direkt zum Kurzinterview eingeladen: Martin Wricke, Mitgründer von pricefx, Felix Hoffmann, Mitgründer von 7Learnings, sowie Sebastian Baier, Mitgründer von buynomics sind unsere Special Guests in dieser Folge. Sie teilen ihre Erfahrungen und geben wertvolle Einblicke in ihre spezifischen Lösungen. Martin Wricke zeigt die Vorteile und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von pricefx auf, während Felix Hoffmann erklärt, wie 7Learnings durch datenbasierte Preisstrategien Onlinehändlern zu mehr Umsatz verhilft. Sebastian Baier wiederum präsentiert, wie buynomics datengetriebene Lösungen zur Vorhersage von Kundenverhalten entwickelt. Gemeinsam beleuchten sie die spezifischen Vorteile ihrer Lösungen und wie sie sich voneinander unterscheiden.


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Über die Gäste: 

Dr. Markus Husemann-Kopetzky ist Senior Research Fellow an der Universität Paderborn und ein führender Experte für Preisgestaltung. Er hat über zwölf Jahre Erfahrung in der Beratung und im Management in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Einzelhandel. Als Autor zahlreicher wissenschaftlicher Arbeiten und Gründer des Price Management Institute unterstützt er Unternehmen bei der Optimierung ihrer Preisstrategien.


Dr. Martin Wricke ist Mitgründer von pricefx und seit 2011 im Bereich der Preisoptimierung tätig. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der Pricing-Beratung und hat zuvor in verschiedenen operativen Pricing-Positionen gearbeitet. Martin hat einen Hintergrund in der Preisgestaltung und -beratung und hat sich darauf spezialisiert, komplexe Preisgestaltungsprozesse zu vereinfachen. Sein beruflicher Werdegang umfasst Tätigkeiten in der Preisberatung und im operativen Pricing, wo er seine Expertise in der Entwicklung und Implementierung von Preisstrategien vertieft hat.


Felix Hoffmann ist Mitgründer von 7Learnings und hat seine Karriere bei SAP und Zalando begonnen, wo er in der Preisoptimierung tätig war. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Bereich Predictive Pricing und hat an der Entwicklung skalierbarer Preisoptimierungslösungen gearbeitet. Felix hat einen akademischen Hintergrund in Wirtschaftsinformatik und seine Fähigkeiten in der Preisgestaltung und im Management von großen E-Commerce-Projekten weiterentwickelt, bevor er 7Learnings gründete.


Dr. Sebastian Baier ist Mitgründer und Geschäftsführer von buynomics. Er hat Mathematik und Physik studiert und in diesen Bereichen promoviert. Vor der Gründung von buynomics war er in der Unternehmensberatung tätig, wo er seine analytischen Fähigkeiten und sein Verständnis für komplexe Marktmechanismen weiterentwickelte. Sebastian hat sich darauf spezialisiert, datengetriebene Lösungen zur Vorhersage von Kundenverhalten zu entwickeln und anzuwenden, um Unternehmen bei der Optimierung ihrer Preisstrategien zu unterstützen.

Transkript

Markus Husemann-KopetzkyWenn ein Entwicklerteam noch nie eine Pricing-Software gesehen hat und der Fachbereich auch noch nie eine Pricing-Software gesehen hat und sich daran aufmacht, diese Pricing-Software selbst zu entwickeln, dann sind die Anforderungen maximal unbekannt. Also, meine Erfahrung ist, dass es Sinn macht, eine Pricing-Software auszuwählen, die zu customizen und dann im Lernprozess zu entscheiden, ob der inkrementelle Mehrnutzen einer Eigenentwicklung gegenüber der Standardsoftware den Opportunitätskosten gerecht wird.

Sebastian VoigtHerzlich willkommen zum Pricing Friends-Podcast mit Sebastian Voigt. Hallo, liebe Pricing Friends, herzlich willkommen zu einer neuen Episode unseres Podcasts. Und heute wollen wir über das Thema Pricing-Software sprechen. Wir hatten ja schon mal über das Pricing von Software gesprochen. Heute reden wir über die Software selber und welche man in welchen Anwendungsfällen, in welchen Industrien nutzen kann. Vor allen Dingen wird Pricing-Software in Branchen genutzt mit vielen Teilen, vielen SKUs, hoher Komplexität auch, zum Beispiel E-Commerce, Handel, Ersatzteile oder halt Maßanfertigung mit komplexen Konfigurationen. Und dementsprechend gibt es auch unterschiedliche Arten von Pricing-Software. Und heute wollen wir mal drei Lösungen vorstellen und wir lassen auch die jeweiligen Geschäftsführer oder Gründer der Lösungen kurz zu Wort kommen. Das sind 7Learnings, buynomics und Pricefx. Und ich habe aber auch einen Gast heute. Das ist Markus Husemann-Kopetzky. Er kennt nämlich all diese Lösungen bestens, hat sie bei vielen Unternehmen auch schon oder Unternehmen geholfen, sie die richtige auszuwählen und einzuführen, und ist mein neutraler Begleiter in diesem Thema heute. Markus, schön, dass du da bist.

Markus Husemann-KopetzkyHerzlichen Dank, Sebastian, für die Einladung. Ich freue mich auf ein schönes Gespräch und eine sonnige Stimmung.

Sebastian VoigtEine sonnige Stimmung! Wir sitzen hier mit Eiskaffee. Also, heute wieder, wenn es an der Soundqualität etwas mangelt, dann sind es die Eiswürfel in unserem Drink hier bei in Berlin bei bei fast 30°. Wir können ja mal unsere grauen Haare zählen und auch unsere Jahre im Pricing. Also, ich weiß, du hast schon vor 15 Jahren zum Thema Pricing promoviert und bist dem Thema auch treu geblieben. Erzähl doch mal, was dich an dem Thema reizt und was du auf deinem Weg alles erlebt hast.

Markus Husemann-KopetzkyJa, wenn jemand eine Leidenschaft für ein Thema hat, dann ist es auch bei mir das Thema Pricing. Ja, vor 15 Jahren dazu promoviert, akademisch einiges publiziert, Bücher geschrieben. Ich war lange in der Beratung und ich fand an einer Stelle, dass es interessant ist und spannend zu erklären, wie Pricing funktioniert, aber Machen ist vielleicht sogar noch spannender. Und das war der Zeitpunkt, in dem ich zu Amazon gewechselt bin und dort als Senior Manager für das Thema Pricing und Business Analytics lange unterwegs war. Und da habe ich einiges einiges erlebt. Bei Amazon ist so, dass man alle 18 bis 24 Monate die Rolle wechselt. Ich habe das nie gemacht, darum war ich zum Schluss the most senior Senior Pricing Manager weltweit und habe so alle spannenden Projekte in Europa gemacht. Ja, aber fünfeinhalb Jahre bei Amazon sind auch spannend, aber die werden auch nach fünfeinhalb Jahren nicht spannender und so stand ich vor der Entscheidung, mit Amazon den letzten Pricing-Algorithmus feinzuschleifen oder mit einem gesunden Sinn für Patriotismus dem deutschen Handel auf die Sprünge zu helfen. Und das mache ich jetzt.

Sebastian VoigtUnd ich würde dich ja sehr gerne ausfragen zum Pricing-Algorithmus bei Amazon. Markus hat mir vorher gesagt, dass der NDA sehr, sehr streng ist. Das heißt, das werden wir heute nicht thematisieren. Aber du kannst ja mal ganz grob erzählen, warum brauche ich denn als Unternehmen eigentlich ein Pricing-Tool? Was sind denn so die Haupt-Use-Cases, um wirklich vielleicht von Pen and Paper, von Excel, von Bauchgefühl auf eine Softwarelösung zu wechseln?

Markus Husemann-KopetzkyJa, das sind zwei große Gründe. Zum einen ist es die pure Anzahl an Preisentscheidungen, die es zu treffen gibt. Also, wenn wir jetzt ein uns einen Händler vorstellen, der 10.000, 50.000, 100.000 oder bis zu eine Million SKUs hat und diese SKUs bepreist werden müssen, auch gerne mehrmals im Jahr, gerne mehrmals in der Woche, dann sind das unfassbar viele Entscheidungen, die zu treffen sind. Und das übersteigt Excel und die eingebauten liebgewonnenen VBA-Makros. Und hier braucht man ein Tool, das einfach systematisch automatisiert skaliert diese Entscheidung abnimmt, so. Und das zweite ist, wie werden diese Entscheidungen getroffen? Man kann natürlich seine Wunschmarge eingeben und zusehen, dass man nicht über den UVP geht, oder wir nehmen Nachfragesignale, Prognosen für Forecast und Bestand, wir nehmen bis zu 100 verschiedene Wettbewerbspreise, Cross-Preiselastizitäten und viele andere Informationen, die heute kein Mensch mehr nachrechnen kann, vor allem nicht auf SKU-Ebene. Also brauchen wir ein Tool, dass man einmal automatisiert und intelligente Regeln nutzt, Algorithmen nutzt, die man als Mensch kaum nutzen kann, um auch hier ja das Bestmögliche aus dem Pricing rauszuholen, jenseits von Bauchentscheidungen.

Sebastian VoigtUnd vielleicht kannst du ja mal so ein paar Use Cases, du hast gerade schon gesagt, Marge vorgeben und dann Zielpreissuche sozusagen,

Automatisch erstellt, kleine Fehler sind möglich.