Pricing Friendsby hy, zur StartseiteGespräch mit hy

Folge #033 · 08.08.2024 · 56 Min.

BILDplus und Pricing mit Daniel Mussinghoff: Was macht das Freemium-Modell so erfolgreich?

In dieser Folge von "Pricing Friends" spricht Sebastian mit Daniel Mussinghoff, dem Director Premium bei BILDplus, über die beeindruckende Vorreiterrolle von BILDplus und deren digitales Abo-Modell. BILDplus zählt mittlerweile über 720.000 Abonnenten und täglich bis zu 20 Millionen Besucher auf Bild.de. Der Erfolg spricht für sich: BILDplus ist eines der erfolgreichsten Nachrichten-Abonnementprodukte in Europa. Wie Daniel auch bestätigt: „Jeder liest die BILD, doch nicht alle wollen es zugeben”.

Daniel, der seit dem Start von BILDplus im Jahr 2013 dabei ist, gibt Einblicke in die Strategien und Herausforderungen und erklärt, wie die Preisstruktur jahrelang getestet und validiert wurde und warum das Freemium-Modell so gut funktioniert. Er beschreibt das dynamische Pricing-Modell, bei dem flexibel entschieden wird, ob auf Umsatz oder Masse optimiert wird. Daniel und Sebastian diskutieren die wichtigsten Gründe für den Erfolg von BILDplus, wie technologische Tools zur Content-Optimierung genutzt werden und welche Zukunftspläne es gibt, um die Abonnentenzahlen weiter zu steigern.


Eine Folge für alle, die wissen wollen, wie man Freemium-Modelle am besten umsetzt, welche Artikel hinter der Paywall landen, welche unkonventionellen Projekte eine neue Leserschaft generieren und warum der Kohlrabi-Stückpreis Daniel emotional und verständnislos zurücklässt.

Über den Gast:

Daniel Mussinghoff begann seine Karriere als Journalist und baute seine Expertise bei verschiedenen Zeitungen und Radiosendern aus. Nach seinem MBA in Medienmanagement wechselte er ins digitale Produktmanagement bei RTL, Deutschlands größtem privaten TV-Sender. Seit 2013 ist er bei BILDplus tätig, wo er von Anfang an den Aufbau und die Leitung des Paid-Content-Geschäfts von Axel Springer übernahm. In seiner aktuellen Position als Director Premium bei BILD ist Daniel für die Entwicklung und Umsetzung der Paid-Content-Strategien sowohl im geschäftlichen als auch im redaktionellen Bereich verantwortlich.

Transkript

Daniel Mussinghoffdort liefen randomisierte Preistests über mehr als zweieinhalb Jahre mit auch relativ hohem Aufwand an Ressourcen dahinter, sowohl personell als auch technisch. Und daraus haben wir dann eben festgestellt, okay, wenn wir z. B. unser Intro-Pricing von 3,99 € mit 1,99 € vergleichen, dann sehen wir, wir machen vielleicht 50 % mehr Neukundenabschlüsse, wir machen auf 12 Monate gesehen 15 % mehr Umsatz, auf 24 Monate gesehen vielleicht 30 % mehr Umsatz.

Sebastian VoigtHerzlich willkommen zum Pricing Friends Podcast mit Sebastian Voigt.

Sebastian VoigtHallo, liebe Pricing Friends und herzlich willkommen wieder einmal zu einer neuen Folge hier bei uns, bei eurem Lieblingspodcast. Und heute wollen wir über das Pricing und die Kunden-, Abonnentengewinnung von BILDplus sprechen. Wir haben dafür zu Gast Daniel Mussinghoff, Director Premium bei BILDplus. Herzlich willkommen, Daniel!

Daniel MussinghoffHallo, Sebastian. Vielen Dank für die Einladung!

Sebastian VoigtDu bist ja schon, glaube ich, seit knapp 100 Jahren bei BILDplus. Zumindest fast oder ganz seit Tag 1, ist das richtig?

Daniel MussinghoffDas ist richtig. Seit Tag 1 dabei. Wir haben BILDplus und Paid Content bei BILD 2013 gestartet und ich bin tatsächlich ein paar Monate vorher zum Team dazugestoßen, ja.

Sebastian VoigtWas war damals der ausschlaggebende Grund, ein Premiummodell oder Paid-Modell einzuführen? Gab ja noch nicht so viele in Deutschland und Europa. Also wie kam es, dass Springer und BILD da fast die Vorreiterrolle eingenommen hat?

Daniel MussinghoffDas stimmt. Es war, glaube ich, wirklich eine Vorreiterrolle, denn wenige Monate vor uns ist Die Welt gestartet. Wir haben dann nachgezogen. Und ich denke, der Grund war recht einfach. Es gab seit den 2000ern die digitalen News-Portale. Die waren alle kostenlos und relativ schnell war klar, das kann sich so auf Dauer nicht refinanzieren, wenn man nur auf einer Erlössäule steht, nämlich den Werbeerlösen, die es damals eben im Digitalen nur gab. Und von daher war die Idee relativ simpel, zu sagen: Wir wollen eine zweite Erlössäule daneben bauen, Vertriebserlöse, so wie wir das aus einer Axel-Springer-Perspektive natürlich aus unserem klassischen Geschäft kannten, den gedruckten Zeitungen. Da gab es eben auch immer das Geld vom Leser und das Geld vom Werbekunden. Und das war der Hintergrund und sich da auch von den Werbeerlösen vielleicht ein bisschen unabhängiger machen zu können und weiteres Wachstum zu ermöglichen, war der Grund, um dann Paid Content einzuführen.

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