Pricing Friendsby hy, zur StartseiteGespräch mit hy

Folge #058 · 30.01.2025 · 45 Min.

Freelancing und Pricing mit Sabine Fäth: Wie SCRIBERS[HUB] die Preisgestaltung für kreative Köpfe revolutioniert

In dieser Folge spricht Dr. Sebastian Voigt mit Sabine Fäth, Gründerin von ScribersHub, über die Herausforderungen und Chancen im Freelancing-Markt. ScribersHub vermittelt professionelle Texter:innen, Journalist:innen und Autor:innen an Unternehmen und legt besonderen Wert auf Qualität und faire Honorare. Sabine erklärt, warum es entscheidend ist, sich als Freelancer klar zu positionieren, wie man seinen Wert erkennt und welche Hebel es braucht, um Preise durchzusetzen.


Es geht darum, wie Freelancer  ihren USP definieren und sich von der Masse abheben können. Sabine spricht über die Rolle von Honorarverhandlungen und wie es gelingt, faire Preise zu erzielen, ohne dabei Kompromisse bei der eigenen Expertise einzugehen. Spannend sind auch Sabines Einblicke in die Veränderungen der Content-Branche durch KI: Während sie einerseits neue Effizienzgewinne ermöglicht, stellt sie auch eine Herausforderung dar, wenn es darum geht, den Wert kreativer Arbeit zu vermitteln. Dabei beantwortet sie zentrale Fragen wie: Welche Fehler werden häufig bei der Preisgestaltung gemacht und wie können Freelancer diese vermeiden? Welche Strategien helfen Tagessätze, Projektpreise und Retainer effektiv zu verhandeln? Und warum ist es so wichtig, sich nicht unter Wert zu verkaufen? Sabine teilt ihre persönlichen Erfahrungen und gibt praxisnahe Tipps, die Freelancer dabei unterstützen, ihre Arbeit optimal zu monetarisieren.


Über den Gast:

Sabine Fäth ist Journalistin, Netzwerkerin und Gründerin. Seit 2016 ist sie CEO von ScribersHub, einer Vermittlungsplattform für Texter:innen, Autor:innen und Journalist:innen. Ziel ihrer Arbeit ist es, hochwertige Content-Erstellung mit passgenauer Expertise zu verbinden. Zuvor war Sabine über 20 Jahre in der Medienbranche tätig, unter anderem als Chefredakteurin beim Bauer-Verlag, wo sie für Publikationen wie „Tina“, „Bella“ und „Laura“ verantwortlich war. Im Jahreszeiten Verlag leitete sie zudem das Magazin „Für Sie“. Sie hat Anglistik, Hispanistik und BWL studiert und bringt ihre umfassende Erfahrung und Leidenschaft für Inhalte in ihre Arbeit bei ScribersHub ein.



Transkript

mit der Bitte, schon mal ungefähr für diese Art von Arbeit irgendwie ungefähr mal ein Pricing schon zu geben. Und wenn wir da merken, dass sich einer absolut unter Wert verkauft, dann sagen wir natürlich: Du, pass mal auf, deine Kollegen, deine Kolleginnen, die haben da was ganz anderes aufgerufen. Achtung, Achtung, du bist hier nicht im Editorial, du bist hier im Corporate Business. Dann sagt natürlich auch die Person: Ah, vielen Dank! Danke! Dann gehe ich noch mal in mich. Ich melde mich dann noch mal gleich und kalkuliere noch mal neu. Herzlich willkommen zum Pricing Friends Podcast mit Sebastian Voigt. Sebastian Voigt: Herzlich willkommen, liebe Pricing Friends! Schön, dass ihr wieder da seid und ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber wenn ihr hier regelmäßig oder auch zum ersten Mal zuhört, dann denkt ihr vermutlich häufiger über Pricing nach. Ich tue das gefühlt den ganzen Tag, aber vielleicht ist es auch eine Berufskrankheit. Aber ich denke ja nicht nur über unsere Kunden nach, sondern natürlich häufiger auch über unser eigenes Pricing, also als Berater, wahrscheinlich geht es auch Freelancern so und Autoren und Textern und Journalisten und alle, die selbstständig sich selber regelmäßig verkaufen müssen, ist immer die Frage: Was rufe ich eigentlich für meine Leistung auf? Was für ein Tagessatz, Stundensatz, Projektpreis? Und genau darüber wollen wir einmal heute mit jemand sprechen, die das auch jeden Tag macht, größtenteils aber für andere, nämlich ich habe Sabine Fäth hier zu Gast. Schön, dass du da bist, Sabine! Sabine Fäth: Moin, lieber Sebastian! Ich freue mich, heute im kalten Berlin zu sein, aber in deinem warmen, kuscheligen Podcast-Studio hier zu sitzen. Und diejenigen, die mich schon gleich hören: Ja, ich komme aus Hamburg, lebe da schon 30 Jahre, aber ich habe immer noch mein rollendes R, mein fränkisches R, das ist mein USP. Sebastian Voigt: Ja, sehr schön! Moin, Sabine! Wobei ich es hier gar nicht so warm finde, lauschig warm, aber gut, wenn man aus Hamburg kommt, dann ist man gut dick eingepackt meistens. Also schön, dass du da bist! Du hast vor ich glaube 2016, also was haben wir jetzt, neun Jahre, den ScribersHub gegründet. Das ist eine Personalvermittlung für Texter, Autoren und Journalisten. Deswegen kennst du natürlich von vielen deiner Kunden die Pricing Challenges und die ich eben schon beschrieben habe. Aber vielleicht magst du, bevor ich jetzt schon aus Versehen zu tief ins Thema einsteige, einmal erklären, wer du bist und natürlich auch deine Reise zum ScribersHub? Sabine Fäth: Mhm. Ja, ich war fast 20 Jahre in der Verlagsszene unterwegs. Bin als Trainee bei Bauer 1994 gestartet und habe dann die Seiten gewechselt, bin Richtung Journalismus gegangen, bin 2000 Chefredakteurin von Frauenzeitschriften bei Bauer geworden, die Women's Weeklies, Tina, Bella, Laura, die Schnelldreher am Kiosk und habe dann noch mal den Wechsel gemacht zu Für Sie, eine der großen deutschen Frauenzeitschriften im 14-tägigen Segment und bin 2015 dann da rausgegangen, weil ich die Idee zu ScribersHub hatte und ich hatte das Gefühl, habe fertig nach 20 Jahren im Verlagswesen und das Online-Geschäft war irgendwie alles so es war draußen so eine wilde Zeit von Start-up und in den Verlagen war irgendwie das Online-Geschäft alles nur als Problem zu sehen und ich habe natürlich auch den Verfall der Honorare mitbekommen, dass Content auf einmal nichts mehr wert sein sollte und dann habe ich gedacht: Nee, das kann ich nicht, ich gehe raus und ja, ich gründe ScribersHub. Sebastian Voigt: Und ihr habt ja wahrscheinlich als du warst ja Chefredakteurin für all die genannten Publikationen, wird da viel mit externen gearbeitet oder ist das schon eher Kernredaktion, mit dem man Tag ein, Tag aus arbeitet? Sabine Fäth: Ja, ich habe ja noch mal als ich mich vorbereitet habe auf das heutige Gespräch, habe ich gedacht so, ja, 2005 ging das so los. Da war auf einmal dieser ganze Hype da: Gott, wir müssen den Content irgendwie ins Netz bekommen und wir müssen Websites bauen und was auch immer und da ging der Verfall im Fotobereich schon los, also die ganzen Fotohonorare wurden neu verhandelt und es sollte alles auf Mehrfach- und 100-fach-Verwertung laufen. Und ich habe am Ende, muss ich ganz ehrlich sagen, auch die Zeiten miterlebt, wo ein Freelancer, wenn wir den gebucht hatten, ein Tageshonorar von 200 Euro bekommen hat. Und dann habe ich gedacht: Nee, das mache ich irgendwie nicht mehr mit, das fand ich eine ganz, ganz schlimme Entwicklung, zumal ich den Wert und die Wertschätzung für Freelancer immer sehr, sehr geschätzt habe. Und ich glaube, jeder, der heute auch im Editorial und im Corporate-Bereich unterwegs ist, Editorial Business, der weiß, wie wichtig es ist, sozusagen gute Freelancer an seiner Seite zu haben, die Thought Leader und die absoluten Wissensarbeiter von außen. Sebastian Voigt: Wir sprechen ja gleich noch ganz viel über den ScribersHub, aber vielleicht kannst du es mal sozusagen aus der alten sagen wir mal Bauer-Rolle mal beschreiben. Ich bin zwar auch schon eine Weile so im Springer-Kosmos, aber habe ja nie redaktionell gearbeitet, wie eigentlich mit Freelancern gearbeitet wird, also sei es, wie gesagt, Texter, Autoren, Webdesigner, Fotografen, was sind so die häufigsten Use Cases und wie kommen dann halt Verlag und Person jeweils zusammen? Sabine Fäth: Genau, also das sind eigentlich diejenigen, die sozusagen nach nach Themen gebucht werden, also viele haben sich thematisch

Sabine Fäthspezialisiert, wo habe ich mein meine Expertise? Die Person wird dann im Grunde genommen fachbezogen gesucht bzw. man hat die in seinem Portfolio und braucht die dann für eine Geschichte. Das gleiche ist mit Fotografen, dass man die eventuell auch nutzt, wobei das immer weniger wird. Layouter natürlich auch, wenn man Projekte hat, Sonderprojekte, Sonderpublikation oder es ist irgendwie auch ein Personalengpass, also Urlaub, Krankheitsvertretung etc. Solche Sachen, da werden auch gerne Freelancer gebucht. Dr. Sebastian Voigt: Und ist das dann extrem kurzfristig, so im Sinne von: Hey, da ist ein Feuer gerade in in Hamburg. Ich brauche einen Fotografen und einen Redakteur, habe aber keinen? Sabine Fäth: Schönes Schönes Wording hier, Feuer. Es waren Es sind immer die Feuerwehren, genau. Also der Freelancer ist oftmals die Feuerwehr, gerade im Editorial-Bereich. Gut, in Agenturen ist das natürlich auch, dass wir oftmals Anfragen bekommen freitags abends für Montagmorgen oder wir haben auch schon erlebt Donnerstagabend für Wochenende, weil Montagmorgen musste abgegeben werden, da war dann Da brannte wirklich die Hütte. Also, weil eigentlich jemand abgesprungen ist oder ich weiß nicht, irgendwie ein Pitch reingekommen ist, wo man sagte: Da müssen wir jetzt noch eilig mitmachen. Aber dieses Feuerwehr Stichwort Feuerwehr-Thema hat natürlich auch immer dazu so eine Entwertung bekommen. So, den holen wir jetzt mal schnell, der muss das jetzt alles lösen, der muss das mal schnell, schnell, schnell machen und wir haben immer so schön gesagt, jetzt sitzt der Freelancer wieder an diesem kleinen Katzentisch. Kennst das Thema Scheinselbstständigkeit, er durfte natürlich nie lange auch inhouse sitzen, weil dann hieß es gleich wieder: Was macht die Person hier den ganzen Tag? Die ist ja nicht festangestellt. Dementsprechend war das immer so ein bisschen eine leicht despektierliche Nummer. Dr. Sebastian Voigt: Mhm. Aber bei so Feuerwehreinsätzen, also ich stell mir wieder so klassisch Verlag ruft dann den den Feuerwehr-Freelancer an, wie funktioniert da so eine Honorarverhandlung? Macht man das schnell: Fahr in 10 Minuten dahin und er sagt, ja kostet X 100 € oder machen die dann Rahmenverträge oder wie läuft das? Sabine Fäth: Also, ich rede jetzt aus dem jetzigen Business und ich habe mit den großen Publikumsverlagen kaum noch zu tun. Also mein die Kunden oder die Auftraggeber, die sich bei uns melden, das sind Unternehmen, große Unternehmen, da sind es meistens die Kommunikations- und Marketing- oder auch PR-Abteilungen. Das sind aber auch kleine Unternehmen, das sind Unternehmer, also Soloselbstständige. Wir haben große Agenturen, kleine. Wir haben mal einen Fachverlag, ganz ganz wichtig. Aber es sind heute nicht mehr diese schnellen Nummern. Klar, im Verlagsbereich ist immer noch, mit Verlaub, eine sehr sehr starke Ausbeutung unterwegs, aber wir sind sehr sehr stark im B2B und im Corporate-Business unterwegs und da zählt die Qualität, das, was die Person mitbringt und das wird auch hochgehalten und da versuchen wir auch immer unter dem Stichwort zu arbeiten, gute und und und einen guten Job muss fair bezahlt werden. Dr. Sebastian Voigt: Mhm. Kurze kurze Statistik, um das noch mal zu unterstreichen, wir haben mal geguckt, die Zahl der hauptberuflichen freien Journalisten ist jetzt in den letzten Jahren deutlich gesunken. 2017 waren es mal 26.000, jetzt sind es 2023 laut dem Hans-Bredow-Institut nur noch 8.000 gewesen, Tendenz sinkend, das spricht wahrscheinlich dafür. Aber du hast auch zeitgleich gerade schon die Brücke zum ScribersHub geschlagen. Vielleicht kannst du ja noch mal unseren Hörenden einmal euer Geschäftsmodell und den Mehrwert für beide Seiten erklären? Sabine Fäth: Mhm. ScribersHub ist kein Wir wir sind kein Headhunter, ich nenne mich immer Matchmaker, wir sind eine Vermittlungsagentur. Wir haben ein Portfolio von von Texter, Autor, Journalisten, Konzeptioner, alle, die mit textuellem Content zu tun haben. Diese Leute bewerben sich bei uns, diese Leute müssen ein Profil ausfüllen, die müssen Arbeitsproben, Referenzen mitbringen. Also, uns ist sehr sehr wichtig, dass wir hier die qualitative Schiene hochhalten und erst nach einem internen Verifizierungsprozess wird die Person sozusagen für unsere Datenbank zugelassen. Dr. Sebastian Voigt: Mhm. Sabine Fäth: Vorteil ist, wir sind ein kuratiertes Netzwerk. Wir sind kein offenes Netzwerk, sondern wir kuratieren schon vor und da können wir die Spreu vom Weizen auch trennen. Dr. Sebastian Voigt: Mhm. Okay, das heißt mit allen Wie viel sind das, die ihr in der Datenbank habt? Sabine Fäth: Zurzeit, ach, ich höre auf zu zählen, aber wir haben, glaube ich, zurzeit so 5.500 Texter, Autoren, Journalisten in der DACH-Region, deutschsprachig, bilingual. Wir werden jetzt im ersten Quartal auch die Plattform auf Englisch anbieten, das heißt, wir werden ein bisschen mehr über den Tellerrand hinausgehen, weil doch sehr sehr viel English Native Speaker auch angefragt werden und gerade im Zeitalter von DeepL und Co., das alleine hilft dann nicht, sondern da möchte man vielleicht dann gleich schon den Maschinenbau-Fachtexter haben, der dann auch auf Englisch Native schreiben kann. Dr. Sebastian Voigt: Okay. Und vielleicht einmal natürlich mal euer Preismodell, wie funktioniert das?

Sabine Fäthmenschliche Ebene spürt, weil das ist schon eine kleine Ehe, die man eingeht. Und dann matcht das oder eben nicht, das spürt man sehr sehr schnell und dann geht die Arbeit los.

Dr. Sebastian VoigtOkay, und wer bestimmt dann den Preis?

Sabine FäthDer Buchautor, die Buchautorin.

Dr. Sebastian VoigtMhm.

Sabine FäthAlso die Co-Autorin.

Dr. Sebastian VoigtAlso nicht du, als Plattform nicht.

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