
Neurowissenschaft und Pricing mit Kai-Markus Müller: Kann NeuroPricing das Rätsel des perfekten Preises lösen?
In der Episode #012 von "Pricing Friends" beschäftigen wir uns gemeinsam mit Kai-Markus Müller mit den Synergien zwischen Neurowissenschaft und Preisgestaltung. Sebastian und Kai-Markus befassen sich u.a. mit der Frage, wie das menschliche Gehirn, speziell das Belohnungs- und Schmerzzentrum, auf Preissignale reagiert und diese verarbeitet. Kai-Markus, ein anerkannter Experte auf dem Gebiet des NeuroPricings und Professor für Konsumentenverhalten, führt durch die neuesten Erkenntnisse des NeuroPricings und erklärt die psychologischen und neurologischen Prozesse, die hinter jeder Preisentscheidung stehen.
Diese Folge bringt Euch auf den neuesten Stand der Forschung und gibt Einblicke in Experimente und Forschungsergebnisse der Neurowissenschaft. Gemeinsam mit Sebastian erörtern Kai-Markus die Auswirkungen unterschiedlicher Preispunkte und beleuchten, wie NeuroPricing nicht nur zur Optimierung der Preisgestaltung beiträgt, sondern auch tiefergehende Einblicke in die Konsumentenpsychologie ermöglicht. Die Episode ist für alle, die auf der Suche nach praktischen Tipps für die Kaufentscheidung sind und verstehen möchten, wie unser Verstand auf Preise reagiert sowie warum dieser Vorgang dem des Verliebens ähnlich ist.
Über Kai-Markus Müller:
Dr. Kai-Markus Müller, ein anerkannter Experte auf dem Gebiet des Neuro-Pricings und Professor für Konsumentenverhalten, bietet mit seiner Expertise einzigartige Einblicke in die Schnittstelle zwischen Neurowissenschaften und Marketing. Seine wegweisenden Forschungsarbeiten und seine Rolle als Gründer von The Neuromarketing Labs unterstreichen seinen Einfluss in einem Bereich, der für die Zukunft des Marketings von entscheidender Bedeutung ist. Müller ist auch Autor des Buches "Das unsichtbare Spiel", das eine umfassende Einführung in die Konsumentenpsychologie und praktische Tipps für effektive Verkaufs- und Pricing-Strategien bietet.
Transkript
Kai-Markus MüllerWenn jetzt allerdings die Preise zu teuer waren, dann wurde das Schmerzzentrum aktiv. Und wenn das Schmerzzentrum aktiver war als das Belohnungszentrum, Schmerzzentrum ist die Insula, und wenn die Insula stärker aktiv war als das Schmerzzentrum, stärker aktiv war als das Belohnungszentrum, dann ist das Entscheidungszentrum vorne, präfrontal, also hinter der Stirn, ist runtergefahren und die Menschen haben nicht gekauft.
Sebastian VoigtHerzlich willkommen zum Pricing Friends Podcast mit Sebastian Voigt. Herzlich willkommen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, zu einer neuen Folge Pricing Friends. Und wer mich kennt und öfter mit mir über Pricing redet, der weiß, dass ich meistens sage, dass Pricing eine ganz spannende Kombination ist aus Strategie, Analytik und Psychologie. Und ich glaube, heute werden wir vor allen Dingen den letzten Punkt sehr stark betrachten und haben dafür einen tollen Experten, den ich schon lange kenne und schätze, nämlich den Kai-Markus Müller. Hallo, Kai.
Kai-Markus MüllerHi, Sebastian.
Sebastian VoigtIch erinnere mich noch, als wir uns kennengelernt haben. Lang, lang ist's her, 2009. Ich glaube, es war dein Bewerbertag bei Simon-Kucher. Und ich durfte mit dir Mittagessen gehen.
Kai-Markus MüllerGenau, genau. Du du warst beim Mittagessen dabei und wir durften keine Spaghetti essen, damit wir uns nicht verkleckern.
Sebastian VoigtNa ja, man muss den den das weiße Hemd damals musste man schon sauber halten. Und du du kamst glaube ich schon aus der Promotion, hattest den Bereich Neuromarketing und Neurowissenschaften schon total inhaliert. Und ich fand es damals schon spannend. Und jetzt 14 Jahre später versuchen wir mal ein bisschen aus deinem Erfahrungsschatz abzugraben. Also vielleicht um dich kurz vorzustellen: promoviert zu dem Thema, habe ich schon gesagt. Du warst bei Simon-Kucher so wie ich. Du hast ein ein eigenes Marktforschung/Beratungsunternehmen gegründet, The Neuromarketing Labs. Du warst Director of Pricing Research bei Neurensics. Und jetzt bist du Professor an der HFU für Consumer Behavior, die HFU ist die Business School in Schwenningen. Und du bist auch noch erfolgreicher Buchautor. "The Invisible Game" letztes Jahr auf Englisch rausgekommen, nee, 2022 auf Englisch rausgekommen, letztes Jahr im August auch auf Deutsch: "Das unsichtbare Spiel: Die verborgene Psychologie von Verhandlungen und Kaufentscheidungen". Und heute reden wir über NeuroPricing. Aber vielleicht erzähl doch mal für mich als Halblaie, aber vielleicht auch für den ein oder anderen Hörer, was ist denn die Neurowissenschaft als Subsegment der Konsumentenforschung?
Kai-Markus MüllerJa, die Neurowissenschaft, die die ist natürlich ein riesengroßes Gebiet. Das geht los von Zellforschung in der Petrischale bis hin zu Hirnscans oder Reaktionszeitforschungen, ein riesiges Gebiet. Und diese Hirnforschung kann man einsetzen für verschiedene Dinge, unter anderem natürlich auch in der Konsumentenforschung. Wie gesagt, ich bin ja Professor für Konsumentenverhalten. Also zum Beispiel habe ich ein Labor, in dem ich ein EEG habe, ein Elektroenzephalogramm. Da kann man so die die Hirnströme messen. Und man kann auch messen, ob die Leute so ein bisschen schwitzen, wenn sie irgendwie eine Werbung sehen zum Beispiel. Wir haben auch einen Eye-Tracker. Und solche mit solchen Themen beschäftige ich mich in meiner Forschung an der HFU Business School und habe mich natürlich auch jahrelang mit meinem Start-up Neuromarketing Labs beschäftigt beziehungsweise mache es heute noch als Director of Pricing Research bei Neurensics.
Sebastian VoigtAber erzähl doch mal vielleicht mal so so ein paar Methoden erstmal. Ich finde das ja schon spannend. Also da gibt es dann quasi Hardware ähnlich wie so ein Kopfhörer, den man sich auf den Kopf setzt, dann werden Gehirnströme gemessen und dann sehe ich, bin ich irgendwie durch eine Werbung positiv oder negativ erregt in irgendeiner Form und das hat dann einen Einfluss auf meine Entscheidung oder erstmal meine Emotionen, nehme ich an?
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