
Logistik und Pricing mit Julius Köhler: Wie transformiert sennder die Preisgestaltung in der Speditionsbranche?
In dieser Episode von „Pricing Friends“ spricht unser Host Sebastian Voigt mit Julius Köhler, Chief Development Officer und Mitgründer von sennder, über die Zukunft der digitalen Logistik und deren Preisgestaltung. sennder, eines von Deutschlands wenigen Unicorns, verwaltet über 40.000 LKWs in ganz Europa und setzt innovative Technologien ein, um Transparenz und Effizienz in der Branche zu erhöhen.
Wie schafft es sennder, die Preisgestaltung in einem fragmentierten Markt zu optimieren? Julius erklärt, wie historische Daten und Künstliche Intelligenz (KI) genutzt werden, um die besten Preise zu finden. Zudem gibt er Einblicke in das Zusammenspiel von Spotmarkt- und Kontraktgeschäft und wie sennder kleine Frachtführer mit großen Verladern wie Coca-Cola vernetzt. Welche Rolle spielen Plattformen und Auktionen in der Logistikbranche? Und wie stellt man sicher, dass LKWs optimal ausgelastet sind, um Leerkilometer zu minimieren?
Im Gespräch zeigt sich Julius' hands-on Mentalität: Um die Herausforderungen der Fahrer:innen besser zu verstehen, ist er gerade dabei den LKW-Führerschein zu machen – sein Verständnis der Branche sowie seine Expertise im Pricing machen ihn zu einem besonders passenden Gast für diese Folge.
Über den Gast:
Julius Köhler ist Mitgründer und Chief Development Officer (CDO) von sennder, einem führenden digitalen Spediteur in Europa. Zuvor war er als Senior Director of Business Development bei Watchmaster tätig und sammelte Beratungserfahrungen bei Roland Berger und McKinsey. Julius hat Betriebswirtschaft an der Universität Mannheim studiert.
Transkript
Julius KöhlerDas hat sich über die letzten Jahre sehr sehr stark entwickelt, auch einfach weil wir mittlerweile enorme Daten gesammelt haben und die Strecke zwischen Berlin nach München keine Ahnung wie viel 100.000 Mal mittlerweile schon gefahren sind. Und da haben wir eben heute einfach die diese Transparenz, dass wir sagen können: Okay, zu dem Monat, zu dieser Saisonalität, mit dem Fahrzeugtyp ist das der richtige Preis, um entsprechend irgendwo auch Geld zu verdienen.
SprecherinHerzlich willkommen zum Pricing Friends Podcast mit Sebastian Voigt.
Sebastian VoigtHallo, liebe Pricing Friends da draußen. Schön, dass ihr auch diese Woche wieder dabei seid. Wir wollen diese Woche mit einem tollen Gast über das Pricing in der digitalen Logistik sprechen und dafür zu Gast haben wir den Julius Köhler, Co-Founder und Co-CEO, wenn ich's richtig in Erinnerung habe, von sennder.
Julius KöhlerJa, war schon der erste Fauxpas. Nein, Co-Founder Co-Founder stimmt. Wir haben tatsächlich unsere Org vor ein paar Jahren etwas umgebaut. David, mein Mitgründer, ist heute alleiniger CEO. Nico, mein zweiter Mitgründer, als auch ich, sitzen im C-Level drunter angeordnet und offiziell per Titel bin ich Chief Business Development Officer.
Sebastian VoigtWas macht man als Chief Business Development Officer alles?
Julius KöhlerIst eine komplett breite Bandbreite, wenn man das so sagen kann. Irgendwo sämtliche Themen, aber der Großteil meiner Zeit fällt tatsächlich darauf, dass ich unheimlich viel unterwegs bin. Ich bin drei bis fünf Tage die Woche auf der Straße mit unseren Kunden und ja, bin nach wie vor sehr sehr involviert eigentlich so im klassischen Tagesgeschäft, was ja so unsere größten Kunden angeht, die wir eigentlich seit Jahren bedienen.
Sebastian VoigtUnd sennder ist eines von Deutschlands wenigen Unicorns. Ihr habt über 350 Millionen Dollar eingesammelt, allein über 160 Millionen vor ein paar Jahren in der Series-D-Runde. Ich glaube, die Milliarde Bewertung ist auch unangefochten, wie vielleicht bei manch anderen ja Scale-ups in den letzten Jahren. Tolle Investoren, Accel, Lakestar, Project A, italienische Post und Scania als Partner. Aber erzähl doch mal, weil es vielleicht jetzt nicht so ein Unternehmen ist, was jeden Tag irgendwie irgendwo auf 'nem Laster rumfährt oder in den Regalen zu sehen ist, was macht ihr genau?
Julius KöhlerGenau. Tatsächlich sind wir ein B2B-Unternehmen und somit haben wir nicht irgendwo so den tagtäglichen Austausch mit dem Endkunden. Aber ganz kurz irgendwo zusammengefasst: Wir sind führende digitale Spedition mit ja 'ner eigenen Technologie, die wir über die letzten Jahre entwickelt haben. Ursprünglich hat das Ganze mal angefangen mit 'ner taggleichen Paketzustellung, die wir abgewickelt haben über das FlixBus-Netzwerk. Hat sich super cool angehört, hat aber einfach nicht funktioniert. Und haben dann das Geschäftsmodell eigentlich zu dem entwickelt, was wir heute haben, wo wir primär im 40-Tonner-, sprich in dem Groß-LKW-Segment, tätig sind und ja, sind dort sehr stark organisch, aber auch inorganisch über die letzten Jahre gewachsen. Wir haben beispielsweise Uber Freight, die LKW-Sparte von Uber, 2020 gekauft und noch diverse weitere Unternehmen über über die letzten Jahre. Sind heute rund 1000 Mitarbeiter aufgeteilt über elf Standorte in ganz Europa und verwalten eigentlich ja 'ne 'ne Flotte von insgesamt 40.000 Fahrzeugen, die wir unseren Kunden tagtäglich zur Verfügung stellen.
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